Gemeinde bleibt hart

Asphaltpläne untergraben die herrliche Au-Idylle

Niederösterreich
18.04.2026 12:30

Voller Saal, volle Wut und eine Entscheidung, die niemand versteht. Bei der Versammlung der Bürger zur Rettung der Badesiedlung in St. Andrä-Wördern (NÖ) bissen die Gegner auf Beton.

Ein flächendeckendes Netz von bis zu sechs (!) Meter breiten Straßen will die Gemeinde – wie berichtet – gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung im Ortsteil Greifenstein-Altenberg verankern. Seitdem „kocht“ der Volkszorn über.

Und so drängten sich Donnerstagabend 200 Menschen in den Saal, als Bürgermeisterin Susanna Kittinger (ÖVP) ihre „betonharte“ Linie bekräftigte! Die umstrittene Flächenwidmung werde beschlossen – trotz rund 400 Einwendungen und eines Rechtsgutachtens, das das Vorhaben in Frage stellt.

Bürgermeisterin bekräftigt ihre Linie
Unterstützung hatte sich die Ortschefin von Experten aus Raumplanerin Esther Böhm und Rechtsanwältin Sigrid Sahann geholt. Begründet wird das schwammig damit, dass die Flächenwidmung an Grundstücksgrenzen angeglichen werden müsste.

Doch seit 25 Jahren kämpfen Anrainer gegen die Verbreiterung der Wege. Sie fürchten nicht nur den Verlust von Hecken, Zäunen und dem seit 1920 harmonisch gewachsenen Ortsbild, sondern auch mehr Verkehr, mehr Lärm – und mehr Gefahr für Kinder, Radfahrer und Tiere. Aus einem ruhigen Rückzugsort könnte eine Durchzugsstraße werden.

Frühere Zusagen fallen gelassen
Brisant und für zusätzliche Aufregung sorgend: Frühere Zusagen, das Projekt fallen zu lassen, sind Geschichte. Die aktuelle Koalition aus SPÖ und ÖVP holte den Plan zurück – mit dem Argument „Ordnung“ und „Rechtssicherheit“. Gleichzeitig heißt es, eine Umsetzung sei gar nicht geplant. Ein Widerspruch, der die Stimmung weiter anheizt.

Keine Bürgerbeteiligung
Eine Bürgerbeteiligung? Abgelehnt. Eine Mediation? Vom Tisch. Stattdessen steuert alles auf das Durchdrücken des „Asphaltanschlags“ bei der Gemeinderatssitzung am 21. April zu. Die Initiative „Nein zur Straßenverbreiterung – Verein zur Erhaltung des Lebensraumes in der Badesiedlung“ um ihren engagierten Obmann Alexander Klauser sammelt gerade deswegen weiter Unterstützung – über 1500 Stimmen sind es bereits. Weitere Proteste sind angekündigt. „Am Ende steht mehr als nur eine Straßenfrage. Es geht um Vertrauen – und darum, ob eine gewachsene Naturoase dem Asphalt geopfert wird“, so Anwalt Klauser tiefsinnig.

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