Free-TV-Premiere

„Zuagroast“: Die Schnecken kennen die Wahrheit

Unterhaltung
18.04.2026 05:00

Auf der Online-Plattform Joyn feierte der burgenländische Gartenkrimi „Zuagroast“ schon äußerst respektable Erfolge. Heute Abend (ServusTV, 20.15 Uhr) ist die Free-TV-Premiere im linearen Fernsehen. Autorin Martina Parker und die Darstellerinnen Hilde Dalik und Julia Koch sprechen mit uns über das Projekt.

Experiment gelungen – Patient mehr als lebendig. So oder so ähnlich könnte man den bisherigen Erfolg von „Zuagroast“ bezeichnen. Der Gartenkrimi nach dem Bestseller von Autorin Martina Parker wurde im Herbst 2025 auf Joyn online ausgestrahlt und schon nach vier Tagen zum erfolgreichsten Format auf der Streamingplattform. Eine bewusste Taktik, wohl auch um den Druck von einer erfolgreichen Free-TV-Premiere im linearen Fernsehen zu nehmen. Diese findet heute Abend auf ServusTV statt und wartet mit einer Starbesetzung rund um Hilde Dalik, Julia Koch und Manuel Rubey auf.

Intrigen und Mord im Gartenbereich
Die Handlung im Schnelldurchlauf: Die Journalistin und alleinerziehende Mutter Vera Horvath (Dalik) kehrt von Wien ins heimatliche Südburgenland zurück und heuert beim Lokalblatt an. Statt über den Klimawandel schreibt sie nun über Nacktschnecken-Plagen und lernt dabei Eva Neuleitner (Koch) kennen, die mit dem charmanten und selbstverliebten Architekten Paul (Rubey) verheiratet ist. Doch hinter der sommerlich-beschaulichen Fassade verbergen sich viele Intrigen, unentdeckte Animositäten und schlussendlich auch Tote. „Im Buch dazu geht es stark um Gemeinschaft“, erzählt Autorin Parker der „Krone“, „das ist gerade aufgrund der fortlaufenden Entwicklung der Welt in Richtung Spaltung und Hass immens wichtig.“

Christina Ömmer (rechts) mit Hilde Dalik (mitte) und Martina Parker (links)
Christina Ömmer (rechts) mit Hilde Dalik (mitte) und Martina Parker (links)(Bild: Barbara Meikl)

Die geografische Lage spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. „Die hügelige Landschaft, die wunderschöne Natur, die Arkadenhöfe, Weinberge und Kellerstöckl waren die perfekte Kulisse. Die Herzlichkeit der Menschen im Südburgenland ist geprägt von einer unglaublich gastfreundlichen, geselligen und warmherzigen Mentalität. Die spürt man nicht in nur in meinen Büchern und in der Verfilmung, sondern auch das Filmteam hat sie vor Ort erlebt.“ Trotz der ernsten Krimi-Grundthematik bleibt viel Raum für Humor – und sanft werden auch allerlei Fakten über Flora und Fauna der Gartenwelt eingestreut. „Betrunkene Fruchtfliegen sollen laut Studien weniger wählerisch bei der Partnerwahl sein“, schmunzelt Parker, „solche Beobachtungen lassen sich wunderbar auf menschliches Verhalten übertragen und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und Humor, ohne dass es belehrend wirkt.“

Sehnsucht nach dem Land
Dalik hatte in ihrer Rolle als stadtflüchtende Journalistin viel Spaß: „Vera ist gezwungen, in die alte Heimat zurückzukehren, weil sie ihren Job verliert und deshalb in das familiäre Haus ziehen muss. Ich persönlich denke manchmal auch darüber nach, aufs Land zu ziehen, weil die Lebensqualität dort höher ist. Ich brauche immer was Grünes wie leben und als wir dort im Frühling 2025 drehten, habe ich mir oft gedacht, wie herrlich es sein muss, hier zu leben. Ich bin nicht in Wien, sondern im niederösterreichischen Gießhübl groß geworden. Garten, Wald und Wiese sind mir durchaus geläufig, aber das Südburgenland ist eineinhalb Stunden entfernt. Wenn man in Wien arbeitet, ist das für den Alltag dann leider doch zu viel.“

Ein zentraler Teil der Handlung ist eine gute Freundschaft zwischen unterschiedlichen Frauen in einem Gartenclub. „Es ist super, dass das im Film so klar aufgezeigt wird. Normalerweise werden wir Frauen immer schnell als Konkurrentinnen dargestellt, die um einen schönen Mann buhlen oder das hübsche Beiwerk einer männlichen Hauptfigur sind – so ist es deutlich realistischer. Zumindest in meinem Leben hatte ich immer tolle Frauen, die mich gepusht haben, mir und mir halfen, über meinen eigenen Schatten zu springen. Frauen, mit denen ich mich über jeden Blödsinn austauschen kann. So etwas ist im Leben unheimlich wichtig.“ Glücklich war sie auch mit der Kolleginnenschaft vor und hinter der Kamera. „Ich habe mit vielen das erste Mal gearbeitet, die Chemie war großartig.“

Charakterlich starke Wandlung
Julia Koch spielt als Eva wohl die intensivste Rolle. Sie wandelt sich von einer anfangs ängstlichen, in sich gekehrten Person zu einer selbstbewussten Frau, die sich nichts mehr gefallen lässt. „Eine Befreiung zu spielen, ist immer eine Form von Kampf und dieser Kampf wird in erster Linie in einem Menschen ausgetragen und nicht außerhalb. Die Umstellung der Figur im Film ist stark und mir ging es darum, mich so gut wie möglich in diese Veränderung einzuleben.“ Als Koch das Buch las, war sie noch nicht so ganz von ihrer Eignung als Eva überzeugt. „Ich hatte Angst, dass die Fangemeinde von Martinas Büchern schwer enttäuscht sein würde. Aber auch wenn ich äußerlich anders aussehe als Eva im Buch beschrieben wird, charakterlich hat es gut gepasst.“ Mit ihrem Filmehemann Rubey hat Koch ein paar sehr intensive Szenen. „Dadurch, dass Manuel und ich uns kennen und vertrauen konnte ich mich gut auf die Rolle einlassen. Ich wusste auch nicht, wie er die Rolle anlegt. Dafür haben wir das super hingekriegt.“

Im sogenannten „Gartenclub“ unterhalten sich die Frauen frei und ungezwungen über alle Themen.
Im sogenannten „Gartenclub“ unterhalten sich die Frauen frei und ungezwungen über alle Themen.(Bild: Stefanie Leo)

Für die gebürtige Vorarlbergerin war der Dreh im schönen Burgenland auch rein geografisch interessant. „Ich vermisste tatsächlich die hohen Berge, wenn ich woanders hingehe“, lacht sie, „ich habe mir im Vorfeld so ein flaches Land erwartet wie beim Neusiedler See, aber das Südburgenland ist schon ganz anders. Es ist sehr hügelig und hat mich an die Steiermark erinnert. Wir hatten alle eine Bombenzeit miteinander und das Wetter war großartig. Ich habe mich sogar schon nach leerstehenden alten Häusern umgesehen, aber ganz so weit sind die Pläne jetzt doch noch nicht.“ Mit einer Fortsetzung darf man rechnen, auch Parkers Bücher sind erfolgreiche Bestseller. An die Megaquoten der südburgenländischen Stinatz-Krimis von Thomas Stipsits wird man aber wohl nicht heranreichen. „Wir haben letzten Mai sogar parallel mit ihm gedreht“ lacht Parker, „wir schätzen beide sehr, was der andere macht und freuen uns über die Erfolge.“

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