Ersatzlos entfernt hat man eine Anschlagtafel in Saaß bei Litschau in Niederösterreich. Lokale Termine werden im Internet bekannt gegeben. Volksanwältin Gaby Schwarz stellt jedoch klar: „So geht das nicht!“
Vom Datum des nächsten Festes bis hin zu den Öffnungszeiten des Hallenbades in Litschau – all diese Informationen fand man in Saaß, einer Katastralgemeinde der nördlichsten Stadt des Landes im Waldviertel, auf der Anschlagtafel im Ort. Bis zum vergangenen Herbst. Denn da war die Tafel schon so desolat, dass sie von der Stadtgemeinde entfernt wurde – und zwar ersatzlos.
Homepage, Facebook und WhatsApp
Man wolle diese „veraltete Kommunikationsform“ auf effizientere Informationskanäle umstellen, verlautete dazu aus dem Rathaus. Einerseits werde ein Veranstaltungskalender zweimal im Jahr (!) an die Haushalte verschickt, andererseits stünden interessierten Bürgern alle nötigen Informationen auf der Homepage sowie der Facebook-Seite der Gemeinde und via WhatsApp zur Verfügung.
Die Menschen haben ein Recht auf analoge Information!

Volksanwältin Gaby Schwarz
Bild: Volksanwaltschaft/Pargan
Nicht jeder ist Internet-firm
„Dadurch werden aber all jene Ortsbewohner benachteiligt, die mit digitalen Medien nicht umgehen können“, beklagte ein Bewohner von Saaß. Allerdings ohne Erfolg – Stadtchef Rainer Hirschmann beharrte offenbar auf der solcherart quasi verordneten „Pflicht zum Internet“.
Kritik von Volksanwältin
Und Volksanwältin Gaby Schwarz liest ihm dafür die Leviten: „So geht das nicht!“ Sie halte es für „verwegen“, einfach nur darauf zu verweisen, dass sich die Bürger den Veranstaltungskalender ein halbes Jahr lang aufheben oder Termine auf Facebook suchen sollen. „Hier fehlt das Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen. Diese haben ein Recht auf analoge Information“, fordert die Volksanwältin, eine neue Anschlagtafel in Saaß aufzustellen.
Stadtchef „schweigsam“
Auf eine „Krone“-Anfrage antwortet Bürgermeister Rainer Hirschmann (ÖVP) knapp: „Dazu ist alles gesagt.“ Viel zu sagen hat er zu der Causa offensichtlich nicht. Denn auch die Konfrontation mit der Volksanwältin scheute er – der TV-Sendung „Bürgeranwalt“ blieb Hirschmann lieber fern.
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