Im Text zur Novelle der Tiroler Feuerpolizeiordnung wurde offenbar auf einen (!) Beistrich „vergessen“. Daher könnte jetzt auf die Tiroler Feuerwehrkommandanten – alles Ehrenamtliche – eine Welle der Belastung zurollen.
Der Kitzbüheler Feuerwehrchef Andreas Reisch hat dem Land, wie berichtet, vorgeworfen, das Ehrenamt mit Füßen zu treten. Grund sei die Novelle zur Tiroler Feuerpolizeiordnung, die die ehrenamtlichen Kommandanten der Feuerwehren – im Gegensatz zu früher – dazu verpflichte, bei allen Feuerbeschauen dabei zu sein.
Aufregung beim Feuerwehrverband
Dies hat intern beim Landesfeuerwehrverband für Aufregung gesorgt. Sogar ein Sonder-Newsletter an alle Feuerwehren wurde verschickt. Fazit: Die Novelle bringe keinen Mehraufwand für die freiwilligen Florianijünger.
Es war der Wunsch der Feuerwehren, dass die Kommandanten bei den Feuerbeschauen unbedingt dabei sind.

Rene Staudacher, Landesfeuerwehrinspektor Tirol
Bild: Johanna Birbaumer
Die Verpflichtung zur Teilnahme des Ortskommandanten an einer Feuerbeschau habe es in der Feuerpolizeiordnung schon vor der aktuellen Novelle gegeben, betont Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher im Gespräch mit der „Krone“. Und dies bereits seit 1998, am Wortlaut habe sich nun nichts geändert. Die Kommandanten könnten auch qualifizierte Vertreter schicken und auf diese Weise die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilen.
Wir hatten Sicherheitslandesrätin Astrid Mair auf dieses Problem in der Formulierung extra hingewiesen.

Gebi Mair, Klubobmann Tiroler Grüne
Bild: Johanna Birbaumer
Dies dürfte laut Gebi Mair, dem Klubobmann der Tiroler Grünen, freilich an einem fehlenden Beistrich in der Novelle scheitern. Denn darin heißt es, beizuziehen sei „der Kommandant der Feuerwehr, in dessen Schutzbereich sich das Gebäude befindet, in der Stadt Innsbruck der Kommandant der Berufsfeuerwehr oder ein von diesem beauftragter Vertreter, der ...“.
„Der Beistrich nach ,Berufsfeuerwehr‘ in der alten Fassung wurde herausgenommen. Damit ist nach meinem Verständnis klar, dass die Berufsfeuerwehr einen Vertreter schicken darf, aber nicht die freiwilligen Ortskommandanten“, schüttelt Mair ungläubig den Kopf.
Mehraufwand für Kommandanten
Eine Verteilung der Aufgaben auf mehrere Freiwillige scheint somit nicht möglich. Dafür wartet auf die Kommandanten enormer zeitlicher Mehraufwand.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.