Der Kitzbüheler Feuerwehrkommandant Andreas Reisch sieht bei den angeblichen Vereinfachungen bei der Feuerbeschau in Tirol einen dramatischen Mehraufwand für ihn und seine Kollegen.
Tirols Sicherheits-LR Astrid Mair (ÖVP) singt eine Lobeshymne auf die Novelle zur Tiroler Feuerpolizeiordnung. Damit komme eine deutliche Entlastung für Gemeinden und Betriebe hinsichtlich der Feuerbeschauen, argumentiert sie.
Verständnisloses Kopfschütteln
Dies löst freilich bei Andreas Reisch, Kommandant der Feuerwehr Kitzbühel, verständnisloses Kopfschütteln aus. Denn die Novelle nimmt die freiwilligen Feuerwehren verstärkt in die Pflicht und führt dort zu großem Mehraufwand.
Freiwillige werden zur Teilnahme verpflichtet
„Bisher konnten wir bei Feuerbeschauen zur Beurteilung hinzugezogen werden. Nun ist es aber so, dass der Kommandant oder ein Stellvertreter verpflichtend dabei sein muss“, ärgert er sich.
Die Ausweitung der Abstände der Feuerbeschau halte ich nur für eine Augenauswischerei.

Andreas Reisch, Kommandant Feuerwehr Kitzbühel
Bild: Feuerwehr Kitzbühel
Die „Erfinder“ der Novelle hätten wohl vergessen, dass es sich bei den Feuerwehrmännern- bzw. frauen ausschließlich um Freiwillige handle. Sie müssen jetzt – neben bezahlten Sachverständigen und Mitarbeitern von öffentlichen Einrichtungen – an allen Feuerbeschauen teilnehmen – ehrenamtlich wohlgemerkt! „Die Freiwilligkeit und das Ehrenamt werden hier mit Füßen getreten – und das ausgerechnet im Jahr des Ehrenamtes“, ärgert er sich.
Er rechnet für seinen Bereich vor: „Von rund 3000 Gebäuden in Kitzbühel fallen zwischen 60 und 80 Prozent in die neue Regelung der Feuerbeschau. Überall hat der Kommandant oder ein Stellvertreter dabei zu sein.“
Arbeitgeber wenig erfreut über die neue Regelung
Der zeitliche Aufwand sei enorm, auch die Arbeitgeber hätten wohl wenig Gefallen, dermaßen oft ihre Mitarbeiter „herleihen“ zu müssen. Die Ausweitung der Abstände zwischen Feuerbeschauen hält der Kitzbüheler – im Beruf übrigens im Fire- und Safety-Management tätig – nur für Augenauswischerei.
Ärger über Sicherheitslandesrätin
Landesrätin Astrid Mair hat Reisch in einer persönlichen Korrespondenz in diesem Kontext darauf hingewiesen, dass die Feuerwehren „Hilfsorgane der Gemeinden“ seien. Dies hat seinen Ärger nicht wirklich verringert.
Grüner Klubobmann sieht Schildbürgerstreich
Unterstützung findet er beim grünen Klubobmann Gebi Mair. „Die Ehrenamtlichen sollen erledigen, was das Land allein nicht kann. Das ist kein wertschätzender Umgang der Landesrätin mit den Ehrenamtlichen“, kritisiert er.
Für ein Lagerfeuer am eigenen Grundstück braucht es durch die Novelle jetzt einen Bescheid.

Gebi Mair, Klubobmann der Tiroler Grünen
Bild: Christof Birbaumer
Unabhängig von diesem Missstand sei laut dem Klubobmann in der Feuerpolizeiordnung noch ein Schildbürgerstreich passiert. „Jetzt ist generell das Verbrennen aller Sachen im Freien verboten – damit auch von Kerzen oder Fackeln sowie Schwedenfeuer bei Adventmärkten. Für ein Lagerfeuer am eigenen Grundstück braucht es folglich einen Bescheid“, kann er es nicht fassen.
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