Magyars Wahlsieg. Man kann ihn spannend nennen, den gestrigen Wahlabend im Nachbarland Ungarn, sogar nervenaufreibend. Zunächst wurden kurz nach dem 19-Uhr-Wahlschluss Umfragen veröffentlicht, die – wie in den Umfragen der vergangenen Wochen – den Herausforderer Péter Magyar mit seiner Tisza-Partei recht deutlich vor Amtsverteidiger Viktor Orbán sahen. Erste Hochrechnungen knapp nach 20 Uhr sahen den seit fast 16 Jahren regierenden Orbán ebenfalls im Hintertreffen, ehe es ein paar Minuten später so schien, als könnte es der Titelverteidiger doch noch einmal schaffen. Um wieder kurz danach Herausforderer Magyar vorne zu sehen. Gegen 21 Uhr schließlich die Meldung, dieser könnte sogar die Zweidrittelmehrheit schaffen. Eine Viertelstunde später gratulierte Orbán seinem Herausforderer Magyar zum Wahlsieg. Ein Sieg, der sich gewaschen hat!
Orbán in die Wüste. Lauter Jubel in Teilen Ungarns, Freude in der EU: Man ist den unbequemen Quertreiber aus Budapest los. Es sei eine Entscheidung zwischen Ost und West, hatte es Magyar zuletzt zugespitzt. Er spielte damit auf Orbáns enges Verhältnis zu Wladimir Putin und seine gleichzeitige Distanz zur EU an. Dabei bekam der korrupte Ministerpräsident, der mit Demokratie nur noch wenig anzufangen wusste, selbst in den letzten Tagen vor der Wahl massive Unterstützung auch aus dem Westen. Allerdings nicht aus dem europäischen, sondern dem transatlantischen: Donald Trump hatte bekanntlich nicht nur Orban massiv gelobt, sondern auch seinen Vizepräsidenten zur Unterstützung nach Budapest gesandt. Hat auch nicht ausreichend geholfen – den Ungarn hat es ganz offensichtlich gereicht und sie haben Orbán in die Wüste geschickt.
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