Verbrenner, Hybrid- oder Elektrofahrzeug? Neu- oder Gebrauchtwagen? Kaufen oder Leasen? Und: Wie sinnvoll wäre „Pickerl neu“? Im Rahmen der aktuellen Auto&Bike-Messe stehen Experten der Wirtschaftskammer der „Krone“ Rede und Antwort.
Spätestens jetzt kommen wohl auch die größten Verfechter von Verbrennermotoren an den Zapfsäulen ins Grübeln – ist es jetzt der doch richtige Zeitpunkt, um auf ein Elektro- beziehungsweise Hybridauto umzusteigen? „Das ist eine Entscheidung, die man unabhängig von der aktuellen Ölpreis-Situation treffen sollte“, warnt Oskar Dörfler, Obmann der Sparte Fahrzeughandel der Wirtschaftskammer Kärnten.
„Wenn ich hauptsächlich Langstrecke fahre, im Schnitt auf 20.000 Kilometer im Jahr komme oder das Fahrzeug auch für den landwirtschaftlichen Betrieb nutze, so wie ich, dann wird ein Elektrowagen wahrscheinlich nicht die optimale Lösung sein. Anders sieht die Sache aus, wenn ich mich nur im urbanen Raum bewege und auf 5000 Fahrkilometer im Jahr komme.“
Leasing ist bequem, kann aber auch gefährlich sein
Eine weitere, grundlegende Frage, die sich viele Lenker stellen: Soll ich mir ein Auto kaufen oder doch leasen? Laut aktueller Statistik sind mittlerweile mehr als 60 Prozent aller in Österreich zugelassener Fahrzeuge so finanziert. „Es ist natürlich eine bequeme Lösung, um an ein neues oder auch gebrauchtes Auto zu kommen. Aber auch da kommt es auf den Einzelfall an. Ich muss mir die Frage stellen: Kann ich die Kosten, die jeden Monat auf mich zukommen, wie auch die regelmäßigen Servicekosten mit meinem Einkommen decken? Dies kann nämlich auch zu einer gefährlichen Finanzfalle werden“, so Oskar Dörfler.
Neu- oder Gebrauchtwagen? „Nach der Pandemie-Zeit hat sich der Gebrauchtwagenmarkt mittlerweile wieder stabilisiert. Man kann wieder gute Fahrzeuge zu fairen Preisen bekommen. Beim Kauf eines Gebrauchtautos sollte man allerdings immer auf Nummer sicher gehen und vorab einen Ankaufstest durchführen lassen – vor allem, wenn man auf dem Privatsektor fündig geworden ist“, erklärt WK-Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik Michael Schnabl. „Und auch offizielle Autohändler haben sicher kein Problem damit, wenn Kunden vorab einen Ankaufstest durchführen lassen wollen“, ergänzt Kollege Oskar Dörfler.
„Bedarfsanalyse“
Das Schlagwort bei all diesen drei grundlegenden Entscheidungsfragen: „Bedarfsanalyse“. Und diese würde laut dem Experten von Kärntens Autohändlern gewissenhaft, gerne und kostenfrei auf Anfrage durchgeführt. Ebenfalls regelmäßig auf Stammtischen oder auch im „Krone“-Newsroom diskutiert: Das Leasing-Auto aus dem Vertrag rauskaufen oder gegen ein neues eintauschen?
„Wenn man den Wagen behält, muss einem bewusst sein, dass anfällige, künftige Reparaturkosten zur Gänze selbst zu tragen sind. Und mittlerweile gibt es Leasing- beziehungsweise Versicherungsverträge, mit denen selbst die Serviceleistungen gedeckt sind. Auch kommt es darauf an, wie hoch der Restwert des Autos ist, und um wie viel man dieses eventuell bei einem Eintausch vorher privat verkaufen kann. Hier ist kein seriöser Pauschaltipp möglich.“
Einig sind sich die beiden Kollegen in Sachen „Pickerl“-Überprüfung. Staatssekretär Schellhorn hätte ja gerne ein 4-2-2-2-1 Überprüfungsmodell, wonach die erste Begutachtung von Neuwagen erst nach vier Jahren stattfinden soll. „Dagegen wehren wir uns alle – und das hat nichts mit Geldmacherei der Werkstätten zu tun, sondern mit Sicherheit – für alle Verkehrsteilnehmer. Dieses Modell wäre einfach nur fahrlässig! Wir sehen regelmäßig, dass bereits nach drei Jahren teils schwere Mängel zu beheben sind. Noch schlimmer ist es bei Kleinmotorrädern – da treten diese oft schon nach einem Jahr auf“, warnt Michael Schnabl.
Augen auf bei Reifenwahl
Derzeit gilt die 3-2-1-Intervallregel, wonach Autos nach drei Jahren erstmals, dann nach zwei und folglich jährlich zur Begutachtung müssen. Weiterer Ratschlag: Bei der Wahl der Sommerreifen nicht nur auf den günstigsten Preis schauen! „Es müssen auch nicht die teuersten Reifen sein, aber es geht um Qualität und wieder um Sicherheit! Auch hier unbedingt beraten lassen oder auf Qualitätstests der Autofahrerklubs achten.“
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