29.06.2014 20:31 |

"Marsch des Stolzes"

Zehntausende bei Gay Pride Parade in Istanbul

Zehntausende Lesben und Schwule haben in Istanbul für mehr gesellschaftliche Akzeptanz demonstriert und das Zentrum der größten türkischen Metropole in ein Regenbogen-Farbenmeer verwandelt. Auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi in der Nähe des Taksim-Platzes herrschte beim friedlichen "Marsch des Stolzes" am Sonntagabend Volksfeststimmung. Der Marsch findet jährlich statt und ist der größte seiner Art in der muslimischen Welt.

Demonstranten schwenkten Regenbogenflaggen und trugen Schilder mit Aufschriften wie "Liebe kennt kein Geschlecht", "Eine andere Familie ist möglich" oder "Stoppt Homophobie". Regierungsfeindliche Parolen wie im vergangenen Jahr - als der "Marsch des Stolzes" mit den Gezi-Protesten zusammenfiel - waren nur vereinzelt zu hören.

Polizei hielt sich zurück
Die Polizei war mit Wasserwerfern präsent, hielt sich aber zurück. Demonstranten behängten einen Wasserwerfer mit einer der vielen Regenbogenflaggen, auf die Seite des Fahrzeugs malten sie Herzen. Vor dem Wasserwerfer schossen Teilnehmer Selfies mit ihren Telefonen.

Die offiziell säkulare Türkei gehört zu den wenigen Ländern in der Region, in denen Homosexualität nicht verboten ist. Teile der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft sind aber sehr konservativ und ächten Homosexualität. Islamisten kritisierten auf Twitter, dass die islamisch-konservative Regierung den Marsch zu Beginn des für Muslime heiligen Fastenmonats Ramadan nicht verhindert hat.

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