30 Jahre Jugendarbeit

„Viele Junge gehen mit leerem Magen in die Schule“

Niederösterreich
07.04.2026 10:00

Drei Jahrzehnte lang kümmert sich der Verein „Jugend und Kultur“ in Wiener Neustadt bereits um die Sorgen und Probleme von Jugendlichen. Sie leiden unter Leistungsdruck, aber auch unter Geldsorgen der Eltern.

Seit 30 Jahren ist der Verein „Jugend und Kultur“ in Wiener Neustadt ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur für junge Menschen. Was einst mit wenigen engagierten Personen begann, ist heute ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Jugend- und Suchtberatung, Mobiler Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Jugendkulturarbeit.

Therapiehündin Hanna hilft erfolgreich dabei mit, dass Jugendliche rascher Vertrauen fassen.
Therapiehündin Hanna hilft erfolgreich dabei mit, dass Jugendliche rascher Vertrauen fassen.(Bild: Verein Jugend und Kultur)
Streetworkinger sprechen auf der Straße, in Park, in Einkaufszentren oder rund um den Bahnhof ...
Streetworkinger sprechen auf der Straße, in Park, in Einkaufszentren oder rund um den Bahnhof Jugendliche gezielt an, um ihnen Hilfe anzubieten. Über 100.000 Kontakte in der Mobilen Jugendarbeit gab es dazu seit Gründung des Vereins im Jahr 1996.(Bild: Verein Jugend und Kultur)
Kimberly Paulesits (li.) und Susanne Marton (re.) vor den Räumlichkeiten des Vereins „Jugend und ...
Kimberly Paulesits (li.) und Susanne Marton (re.) vor den Räumlichkeiten des Vereins „Jugend und Kultur“ in der Wiener Neustädter Engelbrechtgasse. In den letzten 30 Jahren gab es über 60.000 Kontakte in der Jugend- und Suchtberatung.(Bild: Doris Seebacher)

Die Herausforderungen für Jugendliche sind in den letzten Jahren deutlich komplexer und intensiver geworden. „Psychischer Druck, Unsicherheit, Zukunftsängste und steigende Anforderungen prägen den Alltag vieler Jungen“, beschreibt Geschäftsführerin Susanne Marton die Entwicklung. Themen wie Schönheitsideale oder globale Krisen werden durch soziale Medien zusätzlich verstärkt. Die Arbeit mit den Jugendlichen beginnt dabei immer mit einem sensiblen Beziehungsaufbau. Vertrauen entsteht oft in alltäglichen Situationen – bei Gesprächen, gemeinsamen Aktivitäten oder im direkten Kontakt im Lebensumfeld der Jugendlichen.   

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Die ersten Monate mit den Jugendlichen dienen dem Beziehungsaufbau. Erst dann können wir wirklich wirksam unterstützen

Kimberly Paulesits, stellvertretende Geschäftsführerin

„Was gibt‘s heut zu essen?“ – Hunger als wachsendes Problem
Ein wachsendes Thema der letzten Jahre ist auch die soziale Lage vieler junger Menschen. „Viele Jugendliche kommen bereits mit leerem Magen in die Schule“, so Marton. „Wenn sie zu uns kommen, ist die erste Frage oft: „Was gibt’s heute zu essen?“ Angebote wie gemeinsames Kochen oder niederschwellige Treffpunkte gewinnen dadurch zunehmend an Bedeutung.

Gleichzeitig zeigt sich immer wieder, wie nachhaltig Jugendarbeit wirkt: „Wenn junge Menschen Jahre später zurückkommen und sagen, dass unsere Unterstützung für sie wichtig war, dann zeigt das, wie prägend diese Arbeit ist“, so Marton.

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Zum Glück ist es für Jugendliche heute fast normal, dass man sich bei Problemen Hilfe sucht.

Susanne Marton, Geschäftsführerin von „Jugend und Kultur“

Jugendarbeit setzt dabei früh an – bevor Probleme eskalieren – und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität junger Menschen und der gesamten Gesellschaft. „Viele Jugendliche fühlen sich überfordert und allein gelassen. Umso wichtiger ist es, dass es Orte gibt, an denen sie Unterstützung finden“, betont Geschäftsführerin Marton überzeugt.

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