Gartenkultur geprägt

Nach 34 Jahren: Tirols „Grüner Daumen“ tritt ab

Tirol
05.04.2026 17:00

Mehr als drei Jahrzehnte war Manfred Putz Chef vom „Grünen Tirol“, dem Verband aller Obst- und Gartenbauvereine. Er hat die Gartenkultur im Land entscheidend mitgeprägt, nun „wechselt“ er in die Pension.

Rund 20.000 Mitglieder zählen die insgesamt 116 Obst- und Gartenbauvereine in Tirol. Kein Wunder, dass es dafür einen in der Landwirtschaftskammer angesiedelten Dachverband braucht – das „Grüne Tirol“. Manfred Putz aus Innsbruck/Arzl, Gärtnermeister mit Ingenieursprüfung für Garten- und Landschaftsbau sowie Gartengestaltung, hat 1992 als Geschäftsführer die Geschicke des Verbands in die Hände genommen.

20.000 Mitglieder in ganz Tirol 
Beratung der 20.000 Mitglieder – alle Hobbygärtner – bildete eine der Hauptaufgaben des Experten. „Es drehte sich um Fragen zum Obst- und Gemüsebau, zur Gartengestaltung oder Schädlingsbekämpfung“, erzählt der nun 63-Jährige. „Heute sind für Hobbygärtner kaum noch Mittel gegen Schädlinge erhältlich, biologische Schädlingsbekämpfung steht im Vordergrund“, weiß Putz. „Das ist gut, alles bekommt man damit aber nicht in den Griff.“

Fachgerechter Schnitt eines Birnbaums
Fachgerechter Schnitt eines Birnbaums(Bild: Christof Birbaumer)

Durch seine unzähligen Besuche in Tiroler Kleingärten und Gespräche mit den Besitzern ist er in der Szene weithin bestens bekannt. Viele kennen ihn aber auch von den regelmäßigen Baumpflanzaktionen. 

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„Ich habe mich immer bemüht, Nachhaltiges zu schaffen. So haben wir etwa die Baumpflanzaktionen gestartet.

Manfred Putz, Geschäftsführer „Grünes Tirol“

Putz: „Ich habe mich immer bemüht, Nachhaltiges zu schaffen. So haben wir etwa die Baumpflanzaktionen gestartet. Dabei ging es um die Erhaltung alter, vom Aussterben bedrohter Apfelsorten.“ In den heimischen Gärten wurden alte Sorten gesammelt, die man dann in der Versuchsanstalt Laimburg in Südtirol gesichert hat. In der Folge wurden einjährige Triebe geschnitten und veredelt, um sie in Tiroler Gärten zu pflanzen.

Rund 33.000 Obstbäume alter Sorten gesetzt 
In Setzaktionen in Zweijahresabständen wurden seit 2006 rund 33.000 Bäume alter Sorten gepflanzt. „Etwa 30.000 davon sind nach wie vor intakt und in gutem Zustand“, freut sich Putz.

Viel Prominenz gab sich zum Abschied von Manfred Putz (Mitte, mit Gattin Anna) ein Stelldichein ...
Viel Prominenz gab sich zum Abschied von Manfred Putz (Mitte, mit Gattin Anna) ein Stelldichein – unter anderem LHStv. Josef Geisler, LR René Zumtobel (Dritter und Zweiter v. r.) und LLK-Präsident Josef Hechenberger (l.).(Bild: Heinz Gatscher)

Im Klostergarten in Hall hat das „Grüne Tirol“ Flächen gepachtet. Die dienen als Schulungsgarten, zudem können dort 44 Familien Beete nutzen. Stichwort „Familien“: Der Verband hat inzwischen Jugendgruppen gegründet, die sich regen Zuspruchs erfreuen.

Fachzeitung „Grünes Tirol“
Manfred Putz hatte als Verbandsgeschäftsführer auch die Funktion des Chefredakteurs der Fachzeitung „Grünes Tirol“ inne. Die hat sich zur anerkannten Fachzeitschrift und zum Nachschlagewerk entwickelt.

Um diesen Hibiskus im Schulungsgarten in Hall kümmert sich Manfred Putz selbst.
Um diesen Hibiskus im Schulungsgarten in Hall kümmert sich Manfred Putz selbst.(Bild: Christof Birbaumer)

Nach 34 Jahren geht der 63-Jährige jetzt in Pension. „Ich habe meine Arbeit immer mit großer Begeisterung gemacht, viele positive Rückmeldungen in all den Jahren haben mich gefreut“, blickt er zurück.

Wenn alle ratlos waren
Wenn keiner mehr Rat in Gartenfragen hatte, dann konnte Manfred Putz meist noch weiterhelfen. Seinen Ruf als „Grüner Daumen“ Tirols nimmt er mit ins Privatleben.

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