Prominente antworten

Was kann uns in schweren Zeiten Hoffnung geben?

Wien
05.04.2026 06:00
Porträt von Wien Krone
Von Wien Krone

Für jede bewältigte Krise tauchen derzeit gefühlt zwei neue auf: Politik, Religion und Prominenz sagen zu Ostern, was sie trotz allem weiter hoffen lässt.

Ohne Hoffnung geht es nicht. „So lange ich atme, hoffe ich auch“ – „Dum spiro spero“ –, wird dem römischen Dichter und Staatsmann Cicero vor 2000 Jahren zugeschrieben.

Aber woher die Hoffnung nehmen, wenn sie immer wieder enttäuscht wird, wie gerade in den vergangenen Jahren? Wenn auf ein überwundenes Problem gleich das nächste folgt? Oder Schwierigkeiten überhaupt in dem Moment wieder von vorn beginnen, sobald sie gelöst scheinen?

Die eine Antwort auf diese Fragen gibt es nicht – aber dafür hier sieben: aus der Spitze des Staates, der Stadt, der Kirche, aber auch von bekannten Persönlichkeiten aus Musik, Sport und Schriftstellerei.

Sieben Menschen mit ihrem jeweils eigenen Weg dorthin, wo man Hoffnung findet. Und wie ebenfalls schon Cicero wusste: Je mehr Fragen man möglichst unterschiedlichen Menschen stellt, desto näher kommt man der Wahrheit.

„Wir Europäer haben schon oft unter Beweis gestellt, dass wir am Ende gut aus Krisen herauskommen“, zeigt sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen gewohnt zuversichtlich. Ihm „gibt Hoffnung, daran zu denken, was für eine Kraft unser Europa hat: Um unsere vielen klugen Köpfe und fähigen Hände, unseren gewaltigen Wirtschaftsraum, sowie unsere Art zu leben, beneidet uns die ganze Welt.“ Besonders zu Ostern sehe man „die Vielfalt unserer Traditionen und Bräuche. Wir sollten auch in der aktuellen Zeit selbst daran arbeiten, die Probleme, die auf uns zukommen, zu lösen. Lassen Sie uns stolz auf unser Europa, stolz auf uns sein: Werden wir gemeinsam Europa-Patrioten. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben gesegnete Ostern!“

Alexander Van der Bellen 

Bundespräsident

„Gerade in Zeiten, in denen vieles unsicher erscheint, schöpfe ich Hoffnung aus dem Zusammenhalt der Menschen in unserer Stadt. Wien ist seit jeher ein Ort, an dem unterschiedliche Kulturen und Religionen respektvoll miteinander leben. Mit dem von mir ins Leben gerufenen Religionsrat stärken wir genau diesen Austausch. Mein persönlicher Leuchtturm ist der Glaube daran, dass wir Krisen gemeinsam bewältigen können.“

Michael Ludwig

Wiens Bürgermeister (SPÖ)

„Der Glaube stärkt mein Vertrauen, dass nicht das Böse und der Tod, sondern Gott das letzte Wort hat. Sein letztes Wort heißt ,alles überwindende Liebe‘ und ,ewiges Leben‘. Ostern eröffnet mir eine Perspektive, die über das Leid in der Welt hinausgeht und mir Mut macht, zu helfen, Schweres und Fragen auszuhalten, in Polarisierung und Krieg an Frieden zu glauben und zu vertrauen: Das Gute wird siegen!“

Josef Grünwidl

Erzbischof von Wien

„Was immer geschieht – an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen.“ In dem Satz des Jesuiten Anthony de Mello hat Pfarrerin Julia Schnizlein schon oft Trost gefunden: „Wir haben weder das Schicksal der Welt noch unser eigenes in der Hand. Aber wir sind nicht machtlos. Denn wir haben in der Hand, wie wir auf das reagieren, was passiert. Wir urteilen oft viel zu schnell. Was sich heute wie Verlust anfühlt, kann morgen ein Segen sein. Hoffnung ist Vertrauen, dass mehr möglich ist, als ich gerade sehe.“

Julia Schnizlein

Evangelische Pfarrerin in Wien

„Ohne Partner, die Familie und Freunde geht für uns gar nichts. Sie sind es, die uns extrem viel Perspektive liefern“, erinnern die blinden, erfolgreichsten Paraski-Athleten Johannes und Veronika Aigner an die Gemeinschaft und das Miteinander. „Das Umfeld gibt am meisten Kraft, auch in den besonders schwierigen Zeiten, in denen wir leben“. Die Leidenschaft zum Skisport motiviere. Dabei sind es weniger die Erfolge, sondern der „Spaß an der Sache“, der sie Tag für Tag zuversichtlich stimme.

Johannes und Veronika Aigner

Paraski-Athleten 

„Die großen Krisen unserer Zeit sind Realität. Was wir aber gestalten können, ist die Welt rund um uns. Gerade heute haben wir die Verantwortung, unser Miteinander so zu leben, wie wir uns die Welt wünschen würden. Jede freundliche Geste, jedes Verständnis, jedes kleine Gute ist ein Lichtpunkt. Und viele solcher Lichtpunkte werden heller und heller – bis daraus ein echtes Leuchtfeuer der Zuversicht entsteht.“

Thomas Brezina

Autor und Coach

„Was mir in diesen Zeiten wirklich Hoffnung gibt, ist der unglaubliche Zusammenhalt unter Frauen. Ich erlebe immer öfter, dass dieses alte Klischee von Konkurrenz unter Frauen ausgedient hat. Wir rücken zusammen, wir stützen uns gegenseitig und schaffen uns Räume, in denen wir sicher sind. Dieser ,Female Support‘ ist für mich wie ein Leuchtturm: Er erinnert mich daran, dass Empathie und Gemeinschaft am Ende immer stärker sind als Angst und Spaltung.“

Mathea

Sängerin

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