Premiere für Pontifex

Prozession am Karfreitag: Papst trägt Kreuz selbst

Ausland
03.04.2026 09:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Erstmals werden die Osterfeierlichkeiten in Rom und dem Vatikan von Papst Leo XIV. geleitet. Die Karwoche verlangt dem Kirchenoberhaupt auch körperlich einiges ab: Dennoch will der Pontifex bei der Prozession am heutigen Karfreitag im Kolosseum das Kreuz selbst tragen. 

Alle Hände voll zu tun hatte der Papst bereits am Gründonnerstag. Er wusch bei der Messe in der römischen Lateranbasilika zwölf Priestern die Füße. . Elf der Priester hat Leo XIV. im vergangenen Jahr selbst geweiht. Der zwölfte Priester ist der Seelsorger des örtlichen Priesterseminars.

Erinnert an Demut Jesu
Die Fußwaschung als feste Tradition erinnert an die Demutsgeste Jesu, der seinen zwölf Jüngern vor dem letzten Abendmahl die Füße wusch. Papst Pius XII. (1939-58) hatte 1955 das jahrhundertealte Ritual als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben.

Am Gründonnerstag wusch der Papst zwölf Priestern die Füße.
Am Gründonnerstag wusch der Papst zwölf Priestern die Füße.(Bild: AP/Andrew Medichini)

„Mit seiner Geste der Fußwaschung reinigt Jesus nicht nur unser Gottesbild von den Götzenbildern und Lästerungen, die es verunreinigt haben, sondern er reinigt auch unser Menschenbild, das sich mächtig wähnt und sich groß fühlt, wenn es gefürchtet wird“, so Leo XIV. bei der Messe.

„Sollten uns niederknien“
Der Papst rief dazu auf, dem Beispiel Jesu „der Hingabe, des Dienstes und der Liebe“ zu folgen. „Angesichts einer Menschheit, die durch viele Beispiele von Brutalität in die Knie gezwungen ist, sollten auch wir uns als Brüder und Schwestern der Unterdrückten niederknien“, erklärte der Pontifex.

Zuletzt trug Papst Johannes XXIII. Kreuz selbst
Im körperlichen Einsatz geht es heute weiter, wo Leo XIV. als erster Papst seit mehr als 60 Jahren beim Kreuzweg am Kolosseum am Karfreitag persönlich das Kreuz durch alle 14 Stationen tragen will. In den Vorjahren hatte Papst Franziskus wegen seiner Gehbehinderung diese symbolische Geste anderen Gläubigen überlassen. Auch seinem Vorgänger, Papst Benedikt XVI., wurde das Kreuz meist erst zum Abschluss des Kreuzwegs überreicht. Zuletzt hatte Papst Johannes der XXIII. das Kreuz durchgehend selbst getragen. 

In den vergangenen beiden Jahren hatte Papst Franziskus persönlich die Meditationen verfasst. Am Karfreitag 2025 war er krankheitsbedingt am Kolosseum nicht anwesend, er starb drei Tage später im Vatikan.

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