Ein Altreifenhändler aus Alhaming wollte rund 17 Tonnen Altreifen und Motoren nach Nigeria verschiffen, doch der deutsche Zoll stoppte die Lieferung. Der 63-Jährige betonte, es handele sich um Gebrauchtwaren, keinen Abfall. Am Donnerstag wurde er am Landesgericht Linz zu einer Geldstrafe verurteilt.
Die Ausfuhr von Altreifen nach Afrika verbietet nicht nur die Europäische Union, sondern auch das Zielland dieses Containers aus Allhaming – Nigeria – verbietet mittlerweile die Einfuhr solcher „Güter“. Deswegen wurde die Lieferung vom deutschen Zoll in Regenburg aufgehalten und der Fall bei den heimischen Behörden angezeigt.
Abfall oder Gebrauchtware?
Am Donnerstag musste sich der Versender, ein Altreifenhändler (63) aus Allhaming am Landesgericht Linz verantworten. „Der Angeklagte ist insofern geständig, dass er zugibt, den Container angemietet, und die Ware verschickt zu haben. Allerdings bestreitet er, dass die Altreifen und Motoren Abfall waren – er meint, es habe sich dabei um Gebrauchtwaren gehandelt“, berichtet Vizepräsident und Gerichtssprecher Walter Eichinger am Landesgericht Linz.
Über 2000 Reifen
Es drehte sich im Prozess also alles um die Frage, ob die 16,58 Tonnen Altreifen – 2060 Stück und rund eine halbe Tonne Altmotoren – Abfall oder Gebrauchtwaren sind. Warum aber die Reifen und Motoren in seiner eigenen Bilanz, die er selbst erstellt hat, als Abfall angeführt sind, habe er im Vorfeld nicht erklären können.
Gut genug für Nigeria
Auch beim Prozess argumentierte der gebürtige Nigerianer, der seit Langem österreichischer Staatsbürger ist mit der Profiltiefe, die für nigerianische Anforderungen noch ausreichend tief sei. Die Richterin hielt aber dagegen: „Bei uns ist das Müll.“ Ein Gutachten des Umweltministeriums gab ihr Recht: Nachdem die Reifen unserer Straßenverkehrsordnung nicht mehr entsprechen, dürfen sie auch nicht nach Nigeria exportiert werden.
Diversion, aber hohe Kosten
Ein Diversionsangebot gegen die Zahlung von 500 Euro nahm der Reifenhändler sofort und dankend an – sobald er zahlt, wird das Verfahren eingestellt. Die wahre Strafe hatte ihn aber schon zuvor ereilt: Für die sachgemäße Entsorgung der mehr als 2000 Pneus hatte er rund 30.000 Euro hinblättern müssen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.