Aus ganz Österreich rollen heute Traktoren vors Parlament. In NÖ kämpfen Landwirte vor allem mit stark gesunkene Erlösen für Milch. Ländliche Ortschaften, die früher mehrere Milchbauern zählten, haben heute meist nur mehr einen Bauern.
Heute dürfen die Kühe einmal Pause machen. Denn ihre Landwirte sind auf dem Weg nach Wien, um dort der Regierung einmal mehr ihr Leid zu klagen. „Uns wird gesagt, wir jammern immer nur“, erzählt NÖ-Landwirt Josef Handl der „Krone“. „Aber es geht um die Existenz unserer Höfe.“ Die große Protestaktion geht vom Bündnis Zukunft Landwirtschaft aus und wird breit unterstützt. Bauernbund, Agrargemeinschaft (AGÖ) und auch die FPÖ haben sich angekündigt.
Bauer Handl ist für den UBV (Unabhängige Bauernvertretung) mit dabei. Er führt einen Betrieb mit 70 Kühen in Wieselburg-Land. Noch vor einem Jahr zahlten die Molkereien den Landwirten fast um 20 Cent mehr pro Liter Milch. Seit Herbst ist der Preis im Dauer-Sinkflug. „Und von den 49 Cent müssen wir noch Steuern zahlen, den Betrieb sowie unsere Arbeitskraft“. Das sei fast eine Null-Rechnung.
Im Supermarkt kostet ein Liter Milch je nach Marke aber bis zu 1,98 Euro. Im Vorjahr sah das Ganze noch anders aus: die Bauern bekamen mehr Geld für die Milch, weshalb sie auch ausreichend lieferten. Doch verkauft werde nicht genug am Österreichischen Markt. Günstigere Zulieferer aus Grenzregionen und viele Pflanzenalternativen hemmen den Verkauf, meint der UBV.
„Notfalls schlachten wir die Kühe“
Pro Kuh bekommt Handl pro Jahr 9000 Liter Milch im Durchschnitt – viel Arbeit für letztendlich wenig Erlös. Das Überangebot an Milch dämpft die Preise, Handelsabkommen wie Mercosur vermehren die Büroarbeit am Hof. „Arbeit werden wir woanders finden. Notfalls schlachten wir die Kühe“, bedauert Handl. Verloren ginge Qualität und die alten Betriebe, die über Generationen aufgebaut wurden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.