Es soll um deutlich mehr Geld gehen, als bisher angenommen. In Zell am Moos ist laut den Ermittlern, die einen mutmaßlich betrügerischen Amtsleiter unter die Lupe genommen haben, der Schaden dreimal so hoch, wie anfangs befürchtet. Auch die Landespolitik ist auf den Fall aufmerksam geworden und fragte nacht.
Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde der Bürgermeister von Zell am Moos durch Zufall auf Unstimmigkeiten bei Rechnungen aufmerksam. Der Amtsleiter, der die Position fast 34 Jahre innehatte und in einem familiären Verhältnis zum Ortschef steht, wurde daraufhin sofort suspendiert – die „Krone“ berichtete.
Dreifacher Schaden befürchtet
Seither laufen die Ermittlungen gegen den langjährigen Mitarbeiter auf Hochtouren. Von den anfangs kolportierten 100.000 Euro Schaden ist man mittlerweile weit weg. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels der „Krone“ bestätigte, geht man aktuell von mindestens 300.000 Euro aus. „Der Abschlussbericht der Polizei ist aber noch ausständig“, so Mediensprecherin Kerstin Kutsam.
Taten erst nach Prüfung durch Bezirksbehörde
Mittlerweile nicht mehr ausständig ist die schriftliche Beantwortung einer SPÖ-Anfrage durch LH-Vize Manfred Haimbuchner (FPÖ). Daraus geht hervor, dass die Gemeinde Zell am Moos zuletzt von der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck von 4. November bis 17. Dezember 2019 überprüft wurde. Für die Untersuchung wurden die Jahre 2016 bis 2018 und der Voranschlag für 2019 herangezogen. Die dem Amtsleiter zur Last gelegten Taten sollen erst danach begonnen haben. Vielleicht fühlte er sich nach der letzten Untersuchung auch zu sicher, da laut Anfragebeantwortung jede Gemeinde in OÖ nur etwa alle sieben bis 14 Jahre geprüft wird.
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