Politikanalyst zu Graz

„Wahltermin ist eine strategische Meisterleistung“

Steiermark
31.03.2026 08:00

Die Grazer werden just an dem Wochenende zur Wahlurne gebeten, an dem die Formel 1 in Spielberg stattfindet. Das könnte die Wahl extrem beeinflussen. Hauptprofiteur wäre die KPÖ. Die FPÖ hat schlechte Karten.

Von einem „demokratiepolitischen Foul“ und gleichzeitig einer „strategischen Meisterleistung“ spricht Meinungsforscher Christoph Haselmayer vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD). KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr hat die Wahl in Graz für den 28. Juni 2026 angesetzt. Dieser Sonntag ist heuer auch der Höhepunkt des Formel-1-Wochenendes im Murtal.

Kein Event für Grüne und Kommunisten
„Die klassischen Wähler der KPÖ und Grünen haben nichts mit dem Event am Hut“, sagt Haselmayer. Während hingegen Spielberg bei Wählern von FPÖ, ÖVP, SPÖ und Neos beliebt ist. Speziell den Freiheitlichen könnte die Parallelveranstaltung einige Stimmen kosten. Denn: „Der Tag fängt in Spielberg schon sehr früh an, noch bevor alle Wahllokale in Graz offen sind. FPÖ-Wähler lehnen aber mit großer Mehrheit die Briefwahl ab.“

Warum FPÖ-Anhänger nicht per Briefwahl wählen
Das könnte Spitzenkandidat René Apfelknab zum Verhängnis werden. „Es hält sich im FPÖ-Lager der Glaube, dass die Stimmen verschwinden oder die Wahl durch die Briefwahl manipuliert wird“, erklärt der Meinungsforscher. Das würde natürlich nicht der Realität entsprechen.

Die FPÖ müsste ihre Wähler dahingehend mobilisieren, „eine fast unlösbare Aufgabe“. Anhänger von SPÖ und ÖVP sind zwar bereit, per Wahlkarte zu wählen, aber auch hier gibt es viel Aufholbedarf. „Die meisten Wahlkarten haben immer die Grünen und Neos.“

Meinungsforscher prognostiziert niedrige Wahlbeteiligung
In Kauf genommen wird von der Grazer Stadtregierung scheinbar auch eine niedrige Wahlbeteiligung. In der Murstadt ist diese ohnehin nicht hoch. 2017 lag sie bei 57,3 Prozent, 2021 gar nur bei 54 Prozent. „In Wien lag sie zuletzt zumindest um zehn Prozent höher“, so der Meinungsforscher. Noch ein Faktor hilft den Linksparteien in Graz: Die Studenten sind am 28. Juni noch nicht ausgeflogen, da die Prüfungszeit läuft. Haselmayer: „Wenn FPÖ, ÖVP und SPÖ versäumen, Wahlkarten zu thematisieren, kann Graz richtig auf den Kopf gestellt werden.“

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