Wer braucht einen alten Jagdbomber? Das fragt sich auch das Bundesheer und lässt sich überraschen, wer für die sieben ausgemusterten „Saab 105“, die einst von Linz-Hörsching aus abhoben, ein Gebot stellt. Neben dem Geld gibt´s zwei Hindernisse für den Kauf als sehr auffälliges Deko-Objekt für den Garten.
Eine „Saab 105“ zu Dekorationszwecken für den eigenen Garten – jetzt ist die Gelegenheit dafür günstig. Das Bundesheer bietet sieben Stück der ehemals 40 Jagdbomber starken Luftflotte aus Linz zum Kauf an, die 2020 nach 50 Jahren im Dienst endgültig vom Himmel geholt wurde.
Angebote müssen bis zum 22. Juni eingelangt sein
„Es handelt sich um ein Bestbieterverfahren. Wenn sich niemand findet, der alle sieben Stück im Paket nimmt, könnte es sein, dass die Flugzeuge auch einzeln verkauft werden“, erklärt Oberst Michael Bauer auf „Krone“-Anfrage. Bis spätestens 22. Juni um 16 Uhr müssen die Angebote eingelangt sein. Doch es gibt zwei Haken bei der Sache: Erstens müssen Interessenten eine Berechtigung zum Kauf von Rüstungsgütern haben, und zweitens muss Schweden – die Flieger wurden in den 1950er-Jahren hier entwickelt – zustimmen.
„Dies dauert zwischen drei und sechs Monaten“, weiß Bauer, der nicht einschätzen kann, wie viel Geld das Bundesheer mit dem Verkauf der ausgemusterten Schul-, Aufklärungsflugzeuge, die auch als Jagdbomber genutzt werden konnten, lukrieren kann.
Wie viel Geld das Bundesheer mit dem Verkauf dieser sieben „Saab 105“ lukrieren kann, ist schwer einschätzbar.

Michael Bauer, Oberst
Bild: Harald MINICH
„Amis“ haben schon Interesse angemeldet
Interessenten gibt’s schon: Eine amerikanische Firma habe angefragt. Sie will die „gegroundeten“ Flieger wieder in die Luft bringen. „Dafür braucht’s viel Geld. Ersatzteile müssen individuell angefertigt werden, die kann man nicht mehr einfach so bestellen“, weiß Bauer. 2019 hatten etwa defekte Bolzen die verbliebenen zwölf Maschinen auf den Boden gezwungen. Der aufwendige Nachbau dieser Teile kostete fast 40.000 Euro.
Auch Schulen erhalten zwei Ex-Jagdbomber
Die meisten „Saab 105“ bleiben aber in Österreich: die HTL Eisenstadt und Kapfenberg erhalten je ein Stück, einige Exemplare gehen ans Heeresgeschichtliche Museum. Neben anderen Institutionen erhält auch die Fliegerwerft des Heeres „Bastelmaterial“ für Schulungszwecke.
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