Kritik an PVA

„Ich wurde wie ein Sozialschmarotzer behandelt“

Oberösterreich
11.03.2026 08:00

„Bei einer Begutachtung durch die PVA, die fünf Minuten dauert, behandelt, als wäre ich ein möglicher Sozialschmarotzer. Ich habe mich noch nie dermaßen gedemütigt gefühlt“ - weil es ständig Probleme mit der Pensionsversicherungsanstalt Oberösterreich gibt, gab die AK OÖ eine Studie in Auftrag. Das Ergebnis ist erschreckend.

„Ich hab’ 30 Jahre lang ins System eingezahlt, war nie arbeitslos oder länger im Krankenstand. Und dann werde ich bei einer Begutachtung, die fünf Minuten dauert, behandelt, als wäre ich ein möglicher Sozialschmarotzer. Ich habe mich noch nie dermaßen gedemütigt gefühlt“ – ein Zitat aus der großen Studie des Forschungsinstituts „Foresight“, das im Auftrag der Arbeiterkammer OÖ erhob, warum es im Zusammenhang mit Gutachten durch die Pensionsversicherungsanstalt PVA in Oberösterreich permanent „Brösel“ gibt. Und zwar deutlich öfter als in anderen Bundesländern. 

„Belastend und willkürlich“
„Viele Antragsteller empfinden den Begutachtungsprozess als belastend und willkürlich“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. 70 Prozent der Antragsteller auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension bezeichnen die Untersuchung als wenig oder gar nicht respektvoll. Bei Pflegegeldanträgen sind es 42 Prozent.

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Befragte berichten auch über den Eindruck der Voreingenommenheit der Gutachter und, dass ihnen unterstellt werde, ihre Beschwerden vorzutäuschen. 

AK-Präsident Andreas Stangl

Konkret erzählen Befragte von einem unfreundlichen oder kasernenartigen Ton bis hin zu Anschreien, unpassenden Fragen und Anmerkungen sowie der Unterstellung, die gesundheitlichen Probleme zu simulieren. Stangl sagt: „Es handelt sich offenbar nicht um Einzelfälle.“ Er fordert Schulungen und ein Handbuch für die Gutachter.

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Unsere Studienergebnisse zeigen strukturelle Probleme im Begutachtungsprozess der PVA im Bundesland Oberösterreich. 

Saskja Schindler, „Foresight“

Im Vorjahr führte die AK über 2500 Gerichtsverfahren gegen die PVA Oberösterreich, gewann 58,7 Prozent der Pflegegeldfälle und 33,1 Prozent der Pensionsfälle und erstritt dabei rund 70,35 Millionen Euro.

Das sagt die PVA dazu: „Unsere Gutachter sind bemüht, unter Berücksichtigung des Ärztemangels, sich Zeit für die Gespräche zu nehmen, zuzuhören und sich sorgfältig mit Versicherten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig müssen Entscheidungen über Leistungen wie Pflegegeld oder eine Berufsunfähigkeits- beziehungsweise Invaliditätspension auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen getroffen werden.“

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