Die Oberösterreicher wünschen sich mehr Windkraft. Das zeigt eine aktuelle Umfrage und noch etwas, das am meisten überraschte: Die Windräder dürfen auch gerne in der eigenen Umgebung gebaut werden.
„Nicht in meinem Hinterhof“ – das stimmt bei Windrädern nicht, wenn man einer von der Interessengemeinschaft Windkraft in Auftrag gegebenen Umfrage glaubt. 85 Prozent der befragten Oberösterreicher, die Windrädern positiv gegenüberstehen, sprechen sich für solche in der eigenen Region aus. Während knapp 25 Prozent der Oberösterreicher der Ausbau der Windkraft Sorgen bereitet, sehen fast 80 Prozent diese aber als unverzichtbaren Beitrag zu Unabhängigkeit von Energieimporten an. Diese Überschneidung von zumindest fünf Prozent zeigt, wie widersprüchlich die Einstellung sein kann.
„Ziel wird um die Hälfte verfehlt“
„Die Oberösterreicher wollen Windkraft. Was fehlt, ist politischer Wille“, sagt Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft. Thomas Schwab vom Umfrageinstitut Marketagent meint: „Die Lücke zwischen gefühlter und tatsächlicher Stimmung ist spannend.“ Die IG Windkraft befürchtet vor allem wegen der politischen Uneinigkeit, dass Oberösterreich das Ausbauziel von einer Terrawattstunde Windkraft bis 2030 um die Hälfte verfehlen wird. Hart ins Gericht gehen die Befürworter mit den Ausschlusszonen: „Das ist kein Naturschutz, sondern Ressourcenverschwendung“.
Mit der Energieversorgung ist es ein bisschen so wie mit dem Christentum. Da gibt’s zwar eine gemeinsame Idee, aber viele Glaubensrichtungen. Und es lässt sich trefflich streiten, wenn bei vielen vor allem der Glaube im Spiel ist.
Dann wird Wissenschaft – ja, Forschung ist der aktuelle Stand des Irrtums – nämlich leicht zur Seite geschoben. Denn glauben kann man, was man will. Wenn wir uns unabhängig von Stromimporten machen und nicht weiter Gas und Öl verfeuern wollen, wird die Energiefrage ein Fall für die Ökumene: gemeinsam einen Weg suchen, weil keiner die Wahrheit alleine gepachtet hat!
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