Der Krieg im Nahen Osten hinterlässt auch Spuren im heimischen Tourismus: Bei den arabischen Urlaubern sowie bei Gästen aus Israel und Fernost ist es laut Österreichischer Hotelvereinigung (ÖHV) bereits zu ersten Stornos gekommen.
Vor allem Wien, Salzburg und auch Tirol sind normalerweise bei diesen Reisenden beliebt – mit starken regionalen Unterschieden. Ein Hotspot für arabische Urlauber ist beispielsweise Zell am See. „Die merken es natürlich überdurchschnittlich und dort wieder die 4- und 5-Sterne-Hotellerie – die hat es wirklich hart getroffen, die spüren es massiv“, betonte ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Einzelne Häuser seien auf diese Herkunftsmärkte konzentriert.
In Summe buchten die arabischen und israelischen Gäste 2025 rund 2,6 Millionen Übernachtungen in Österreich. Das sind zwar zusammen nicht einmal 2 Prozent aller 153,7 Millionen hierzulande verzeichneten Nächtigungen in den Beherbergungsbetrieben. Doch die Konzentration auf Hotspots – lokal und regional bzw. sektoral (Top-Hotelkategorien) – führt dort zu einer deutlich stärkeren Belastung, zumal es sich auch um wohlhabende Gäste mit üblicherweise besonders hohen Ausgaben handelt.
Gedämpfte Nachfrage aus Fernost
Das Geschäft mit Reisenden aus Asien ist durch den Krieg Israels und der USA gegen den Iran ebenfalls beeinträchtigt. „Was wir noch merken, sind die Gäste aus Fernost – da haben wir rückläufige Zahlen“, berichtete Stanits. Alle, die normalerweise über die Drehkreuze Dubai oder Doha fliegen, müssten nun längere Ausweichrouten zu höheren Preisen für ihre Städtetrips und Reisen in Europa buchen.
„Für den Sommer erwarten wir hier Rückgänge – teilweise merken wir es schon jetzt“, bekräftigte der Branchensprecher. „Für aktuell und für die kommenden Wochen ist storniert worden.“
Manche hätten auch bereits ihren Sommer-Aufenthalt gecancelt. „Einigen ist es zu unsicher, sie haben Angst, dass sie nicht wieder nach Hause kommen“, erklärte Stanits. Wie viel an Absagen dazukommt, hängt auch von der Dauer des Nahostkonflikts ab.
Österreicher überdenken Fernreisen
Einige heimische Urlauber änderten ihre Reisepläne ebenfalls. „Österreicher canceln teilweise ihre Fernreisen und weichen aus – das muss nicht Österreich sein, ist aber zum Teil Österreich - statt Dubai zu Ostern zum Beispiel Österreich“, sagte der ÖHV-Sprecher.
Bei Flugreisen werde statt einer Langstrecke über Dubai oder Doha nach Japan, Australien oder Neuseeland eher die Mittelstrecke, etwa nach Spanien oder Italien, gewählt. In Summe gehe es dabei um „Zigtausende Leute“.
Doch auch die steigenden Energiepreise und die zu erwartende höhere Inflation bereiten einigen Beherbergungsbetrieben Sorge. „Das wird die nächste Teuerungswelle, die ankommt“, befürchtet Stanits. Die Sparsamkeit der Gäste dürfte weiter steigen.
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