Überraschung geglückt: Freitagvormittag wurde bekannt, dass – nach Monaten der Unsicherheit – das große Geothermie-Projekt für Graz doch fortgesetzt wird. OMV, Energie Steiermark, Energie Graz und Holding Graz haben sich geeinigt. Angesichts der drohenden globalen Energiekrise ist das eine gute Nachricht.
Die Zerstörung der Energieinfrastruktur im Nahen Osten ist ein Schock für die Weltwirtschaft. Selbst wenn der Iran-Krieg rasch beendet werden kann, wird es lange dauern, die Schäden zu reparieren. Gerade im Gasbereich befürchten Experten anhaltend hohe Preise.
Das ist eine schlechte Nachricht für fast 100.000 Grazer Fernwärmekunden, ist ihre Versorgung doch nach wie vor stark von Gas abhängig. Ein Großteil der Fernwärme wird im Verbund-Gaskraftwerk in Mellach und im Fernwärmeheizwerk in der Puchstraße erzeugt. Das soll sich ändern, seit Jahren werden Pläne für ein Ende dieser Abhängigkeit gewälzt. Konkrete Projekte sind etwa die Müllverbrennungsanlage, die energetische Klärschlammverwertung in Gössendorf und der Sonnenspeicher Süd in einem Weitendorfer Steinbruch.
Der größte Brocken ist ein Geothermie-Projekt, bei dem heißes Wasser aus oststeirischer Erde ab 2030 Grazer Wohnungen beheizen soll. Bis zu 500 Millionen Euro beträgt die veranschlagte Investitionssumme. Im November dann der Paukenschlag: Das Projekt stand an der Kippe, es spießte sich vor allem an den hohen Haftungen, welche die Stadt Graz nicht übernehmen konnte oder wollte. Einige Tage lang wurde Schmutzwäsche gewaschen, ehe man zurück an den Verhandlungstisch ging.
Nun dürfte ein Durchbruch gelungen sein, Graz zahlt eine „Risikoprämie“ über insgesamt 35 Millionen Euro und das Mega-Projekt schreitet voran. Für die wachsende steirische Landeshauptstadt ist das eine langfristig gute Nachricht – ein Blick in den Nahen Osten genügt.
Ich wünsche Ihnen einen nicht zu stürmischen Freitag!
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