Ärger über 675 Euro

Skurriler Streit um Suchtgift und deftige Strafe

Burgenland
27.03.2026 05:00

Schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhebt ein Firmenchef aus dem Burgenland. Eigentlich wollte der Mann dubiose Vorgänge rund um seine Firma und einen Kfz-Einbruch melden, fasste im Gegenzug aber eine Anzeige wegen Drogenkonsums aus. Die „Krone“ kennt die Hintergründe.

Der Unternehmer (39) versteht die Welt nicht mehr. „An meinem Auto wurden technische Manipulationen vorgenommen. Jemand hat die Schrauben von den Bremsen gelöst. Das war nur einer von etlichen Defekten, die anscheinend gezielt hinterlassen worden sind, wie in der Werkstatt festgestellt wurde“, schildert der Burgenländer, der im Baugewerbe quer durch Österreich tätig ist. Bargeld, das sich in einem Seitenfach befunden habe, und ein Koffer seien aus dem Firmenwagen verschwunden.

„Er hat mir harte Konsequenzen angedroht“
Im Verdacht steht ein Bekannter. „Bei einem Treffen in Wien hat er mir harte Konsequenzen angedroht, falls ich zur Polizei gehe. Mir werde sowieso niemand glauben, hat er behauptet“, berichtet der Unternehmer. Als es Anzeichen gab, dass die Bremsen am Auto nicht mehr funktionieren, suchte der 39-Jährige aus Sorge um sein Leben zu später Stunde eine Polizeiinspektion in Niederösterreich auf.

Bei der API Großkrut kam er jedoch gar nicht mehr dazu, den Beamten seinen beängstigenden Fall genau zu schildern und Anzeige zu erstatten. Umgehend war der Lenker – er leidet an ADHS, einer Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung – unter Verdacht, Drogen konsumiert zu haben.

„Wie Dreck behandelt“
Laut Anzeige bei der BH Mistelbach ist er mitten in der Nacht durch „Unruhe, Zittern und auffällige Pupillen“ hervorgestochen. Die Weiterfahrt war untersagt, der Führerschein vorläufig abgenommen worden. „Ich wurde grob, herabwürdigend, wie Dreck behandelt“, zeigt sich der Geschäftsmann empört.

„Alle negativ“, ergab die medizinische Untersuchung. Der Verdacht auf Suchtgift blieb im ...
„Alle negativ“, ergab die medizinische Untersuchung. Der Verdacht auf Suchtgift blieb im Gutachten aber aufrecht.(Bild: Krone KREATIV/Privat)

In der Bezirkshauptstadt war er in derselben Nacht gegen 1.45 Uhr der Distriktsärztin vorgeführt worden. Die Blutabnahme und Auswertung durch ein gerichtsmedizinisches Institut führten zum Ergebnis „alle negativ“, im Gutachten blieben Beeinträchtigungen wie „Übermüdung“, „Krankheit“, „Medikamente“ und „Verdacht auf Suchtgift“ allerdings aufrecht (siehe Faksimile).

Geldbuße von 675,70 Euro ist weiterhin unbezahlt
Der Vorfall hatte sich im Juni 2025 ereignet. Gegen den 39-Jährigen läuft noch ein Verwaltungsverfahren. „Da die Zustellung der Strafe nicht reibungslos funktioniert hat, habe ich erst spät davon erfahren“, sagt der Firmenchef. 675,70 Euro sind offen. „Ich zahle nicht, sonst ist das eine Bestätigung, etwas Falsches gemacht zu haben!“

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