In Henndorf hängt der Haussegen schief. Bürgermeister Martin Köllersberger (ÖVP) erteilte eine Dienstanweisung an alle Mitarbeiter der Gemeinde, dass Anfragen von Gemeindevertretern nur noch direkt über ihn laufen dürfen. Die Opposition schäumt.
Die Opposition kritisiert den Schritt scharf. „Wir lassen uns nicht mundtot machen. Ich sehe es außerdem als Misstrauenskultur gegenüber den Mitarbeitern“, meint Günther Schackmann vom Team für Henndorf. Und für den freien Mandatar Johann Spöttl ist die Maßnahme „eine demokratiepolitische Glanzleistung“.
Schlammschlacht zwischen den Parteien
Zuletzt war es zu mehreren Unstimmigkeiten zwischen Bürgermeister und Oppositionsparteien gekommen. Beim Recyclinghof wird noch wegen Amtsmissbrauch gegen den Ortschef ermittelt. Es geht um Informationspflichten beim Grundstückskauf. Bei der Finanzierung der neuen Grundstücksvariante, wo die Gemeinde auch Nebenkosten des Bauern für eine Tauschfläche zahlt, hagelte es Kritik. Es gab nach einer Anzeige Einvernahmen durch das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung. Das Verfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen.
Auch zum Thema Wohnungsvergaben kriselte es zuletzt in der Gemeindevertretung. In einer Sitzung sollte beschlossen werden, dass der Sozialausschuss die Wohnungen auch gleich zuteilen kann. Die ÖVP habe das als Abkürzung gesehen, heißt es. Jetzt wurde die Vergabe mehrheitlich doch wieder in die Gemeindevertretung delegiert, um allen Mandataren die Mitbestimmung zu ermöglichen. Aktuell geht es um 21 neue, geförderte Mietwohnungen hinter der Feuerwehr.
Der Ortschef rechtfertigt seine Dienstanweisung so: „Ich bin für eine funktionierende Verwaltung verantwortlich. Wir brauchen eine klare Struktur.“ Eine Flut an Anfragen habe zuletzt die Verwaltung blockiert. Er will ein sinnvolles und vollständiges Abarbeiten ermöglichen, so Köllersberger.
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