Während der Verlobungsreise mit seiner Freundin im schwedischen Stockholm wurde Anfang Februar ein Steirer festgenommen. Grund soll eine offene Hotelrechnung sein. Und obwohl die Mutter des jungen Mannes alle Schulden unverzüglich beglich, lässt die Staatsanwaltschaft den Steirer nicht frei. Seine Mama ist verzweifelt.
Der junge Student wollte am 10. Februar 2026 nach einer wunderbaren Verlobungsreise gerade aus dem Hotel in Stockholm auschecken – seine Freundin wartete noch im Zimmer mit den Koffern – als die Handschellen klickten. Kurz darauf bekam die Mutter des Steirers daheim über das Handy des Sohnes einen Anruf der schwedischen Polizei.
„Ich sollte innerhalb von zehn Minuten 14.000 Euro überweisen, sonst kommt mein Sohn in Haft“, hieß es. Und dass ein Link geschickt werde, über den die Überweisung zu erfolgen habe. Weil aber kein Link kam und alles sehr mysteriös ablief, kontaktierte die Steirerin vorsichtshalber die Botschaft. Dort riet man ihr, abzuwarten. Es könnte eine Betrugsmasche sein.
Verlobte beteuerte: „Er hat die Rechnung bezahlt!“
Doch die Mutter wollte nicht abwarten und rief in besagtem Hotel in Stockholm an. Dort teilte man ihr mit, dass ein Betrag von 13.100 Euro offen sei. 3600 Euro davon von einem Aufenthalt im Vorjahr. Ein Betrag, den der Student laut Aussage seiner Verlobten aber ganz sicher mit seiner Bankomatkarte bezahlt hatte. Sonst wäre er wohl nicht noch einmal in dasselbe Hotel eingecheckt. „Es gab auch nie eine Forderung oder Mahnung seitens des Hotels“, so die Mutter.
Es ist völlig unverhältnismäßig, einen unbescholtenen EU-Bürger wegen einer aus ungeklärten Gründen nicht bezahlten Hotelrechnung über Wochen zu inhaftieren.

Julia Halm, Anwältin der Familie
Bild: Christian Jauschowetz
Ominös auch die Tatsache, dass das Hotel die Rechnung dann noch zweimal per Mail korrigierte. Zum Schluss lautete sie auf 12.300 Euro. Und auch die Überweisung an das Hotel bewies sich als Challenge: „Die Online-Überweisung funktioniert nicht, erst am Bankschalter hat es geklappt. Die Bestätigung aus dem Hotel ließ dann aber fast eine Woche auf sich warten“, erzählt die Mutter.
Steirer hat Herzklappenfehler
Das ist jetzt fast sechs Wochen her und der Student ist noch immer in Haft. „Zweimal musste er schon im Spital behandelt werden wegen seines Herzklappenfehlers“, schildert seine Mama. Der junge Mann sei psychisch völlig am Ende. „Es ist völlig unverhältnismäßig und rechtlich nicht vertretbar, einen unbescholtenen Bürger eines EU-Mitgliedsstaates wegen einer aus ungeklärten Gründen nicht bezahlten, inzwischen zur Gänze beglichenen Hotelrechnung über Wochen in Untersuchungshaft zu halten“, versteht Julia Halm, die Grazer Anwältin der Familie, das Verhalten der Behörden in Stockholm überhaupt nicht.
Der schwedische Anwalt erklärte, dass die dortigen Behörden offenbar unzufrieden seien, wie Österreich in der Causa Fritzl verfahren sei. Deswegen möge man keine Österreicher. Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der U-Haft beantragt.
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