"Zwangsräumung"

D: 20 Millionen Ameisen aus Schule umgesiedelt

Ausland
17.06.2014 12:10
Eine "Zwangsräumung" der besonderen Art ist am Dienstag in Deutschland über die Bühne gegangen: Rund 20 Millionen Ameisen eroberten in den vergangenen Jahren das Areal einer Volksschule in Schleswig-Holstein. Ein geregelter Schulbetrieb war nicht mehr möglich, das "große Krabbeln" störte immer wieder auch den Unterricht. Jetzt wurden die Insekten in einer laut Biologen einmaligen Aktion umgesiedelt.

Die Schulleiterin der Volksschule in Lütau hatte angesichts der nicht enden wollenden Ameisenplage Experten zu Hilfe gerufen. Unterricht unter freiem Himmel sei kaum noch möglich gewesen. Die Ameisen, es handelt sich um Kahlrückige Waldameise, hätten immer wieder Kinder und Lehrpersonal gebissen, und auch ihr Gift versprüht. Auch ins Schulgebäude selbst waren die Insekten schon vorgerückt, mehrmals hatten Klassen verlegt werden müssen.

Biologin: "So etwas haben wir noch nicht erlebt"
"Die Situation ist dramatisch", lautete der Befund der zu Hilfe geholten Biologen Helga und Eberhard Baur. Die Insektenexperten aus Hamburg wurden mit der Umsiedlung der unter Naturschutz stehenden Krabbler beauftragt. "So etwas haben wir noch nicht erlebt", schilderte Helga Baur gegenüber der "Bergedorfer Zeitung" die Lage an der Volksschule.

Einzelnes Ameisenvolk vor 30 Jahren angesiedelt
Laut dem Zeitungsbericht war ein einzelnes Volk der Ameisenart, die in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt wird, auf dem Areal der Volksschule angesiedelt worden. 30 Jahre später befanden sich dann laut den Biologen etwa 20 Nester von Formicula polyctena auf dem Gelände. "Die Ameisenvölker, jedes mit mehreren Millionen Tieren bestückt, sind unter der Erde bestens vernetzt. Hinzu kommen mindestens vier weitere auf dem Dach", so Helga Baur.

Am Dienstag wurde die gesamte Kolonie der Kahlrückigen Waldameise schließlich in einen nahe gelegenen Wald umgesiedelt.

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