Schauspielhaus Graz

Ein Regen aus roten Rosen für den Biedermeierspaß

Steiermark
21.03.2026 14:12

Nestroy hat man schon mit allem Möglichen kombiniert, warum also nicht auch mit Hildegard Knef. Dass diese Paarung aber so ausgezeichnet funktioniert, ist eine Überraschung. Mit „Frühere Verhältnisse/Von nun an ging's bergab“ bereitet das Schauspielhaus Graz seinem Publikum einen höchst vergnüglichen Abend.

Was haben der Gesellschaftssatiriker Johann Nepomuk Nestroy aus dem Wiener Biedermeier und die deutsche Chansonnière Hildegard Knef gemeinsam? Viel mehr, als man auf den ersten Blick glauben möchte – wie Regisseurin Ruth Brauer-Kvam und ihr entfesseltes Ensemble einen höchst unterhaltsamen Abend lang im Grazer Schauspielhaus beweisen.

Nestroys Spätwerk „Frühere Verhältnisse“ gehört auch heute noch zu seinen meistgespielten Stücken. Das liegt nicht zuletzt an seiner pointenreichen Abrechnung mit dem Theater, die Brauer-Kvam auch am Grazer Schauspielhaus zelebriert. Schon der erste Auftritt des Ensembles mit dem prächtigen Thespiskarren (Bühne: Monika Rovan) samt originellen Biedermeierkostümen (für die Alfred Mayerhofer verantwortlich zeichnet) und witziger Requisiten ist ein Vergnügen.

Mit Tempo und Spielwitz
Und die engagierte Wandertruppe legt temporeich los. Mit viel Slapstick, großen Gesten und schaurigen Effekten wird die Geschichte der früheren Verhältnisse von Herrschaft und Dienstboten serviert. Vor allem Željko Marović als Herr von Scheitermann und Tim Breyvogel als ehemaliger Herr und nunmehriger Hausknecht Muffl legen sich ordentlich ins Zeug. Doch auch Annette Holzmann als ebenso würdevolle wie fantasiebegabte Josephine und Karola Niederhuber als Peppi, die auf eine Vergangenheit als „heilige Johanna“ verweisen kann, steuern das Ihre zu diesem Spektakel voller Tempo, Timing und Witz bei.

Das Ensemble mit Musikerin deeLinde (vorne)
Das Ensemble mit Musikerin deeLinde (vorne)(Bild: Lex-Karelly)

Der Star des Abends
Für den Zusammenhalt des Ganzen sorgt allerdings die unglaubliche Musikerin deeLinde, die als charmante Conférencière, bodenständige Kommentatorin, hinreißende Sängerin und famoses Ein-Frau-Orchester das leuchtende Zentrum des Abends bildet.

Nestroys Anliegen war es, sein Publikum bestmöglich zu unterhalten. Dem eifert Brauer-Kvam an diesem Abend sehr erfolgreich nach. Auch wenn man zu Beginn noch den Eindruck hat, einem Liederabend – ergänzt um Kapitel-Überschriften von Nestroy – beizuwohnen. Im Verlauf desselben gesellen sich mehr und mehr Textpassagen dazu, und man kommt tatsächlich auch in den Genuss der Nestroy‘schen Sprachkunst. Ein großes und sehr kurzweiliges Theatervergnügen!

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