Tragödie auf Feld

Wilderer-Alarm? Tote Rehe geben Rätsel auf

Niederösterreich
20.03.2026 08:00

Polizeiliche Ermittlungen um tote Wildtiere im Bezirk Korneuburg (NÖ)! Denn hinter dem Tod eines verendeten Rehs könnte ein unbekannter Wilderer stecken.

Innerhalb weniger Tage wurden in der Großgemeinde Niederhollabrunn drei tote Tiere aufgefunden – und das in einem Umkreis von kaum eineinhalb Kilometern und teils nur wenige Hundert Meter von einem Kinderspielplatz entfernt. Die ersten beiden Kadaver lagen bereits mehrere Tage in den Fluren – eines auf einem unbewachsenen Feld, das andere auf einem Acker.

Wurde Tier „abgelegt“?
Spuren im Erdreich sollen darauf hindeuten, dass jemand die bereits verwesten Tiere inspiziert oder auch dort abgelegt hat. Besonders der Fund des dritten Rehs am Weinberg beim Ortsteil Niederfellabrunn gibt Rätsel auf. Denn Augenzeugen fiel eine deutliche, verdächtige Verletzung auf, die sie misstrauisch machte. Das rief die Exekutive auf den Plan, die Ermittlungen aufnahm. Aus Sicht der Polizei könnte die Verletzung auch von einem Raubvogel oder Adler stammen.

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Für mich und andere Waidmänner weist das Reh eindeutig ein Einschussloch auf.

Leo Reim (Jagdaffiner, ortskundiger Jurist)

Doch erfahrene Jäger sehen das anders: Laut deren Urteil lässt die Art der Verletzung – gerade in Verbindung mit den anderen beiden verendeten Tieren – Zweifel zu. „Die Häufung der Todesfälle ist alles andere als zufällig. Jäger, denen ich die Bilder des waidwunden Rehs gezeigt habe, deuten die Verletzung als ein- oder ausgetretenen Schuss, keinesfalls aber als Raubtierattacke“, betont der 67-jährige Ex-Banker und langjährige, erfahrene Heger Leo Reim.

Dieses Stück Wild starb offenbar durch gezielten Schuss.
Dieses Stück Wild starb offenbar durch gezielten Schuss.(Bild: zVg, Krone KREATIV)

Also Wilderer-Alarm, zumal sich Bock als auch Geiß aktuell in der Schonzeit befinden. Experten erklären, dass eine fachliche Untersuchung in der Causa – etwa durch einen Amtstierarzt – Klarheit bringen könnte.

„Mehr als nur ein Zufall“
„Ungeklärtes Verenden in der Nähe zu menschlichen Siedlungen birgt nicht nur ethische, sondern auch hygienische Risiken. Waidgerechtigkeit beginnt nicht beim Schuss, sondern beginnt mit der schnellen und transparenten Klärung, wenn Wild und Mensch aufeinanderprallen. Hinter den mysteriösen Todesfällen steckt mehr als nur ein Zufall“, so Reim abschließend.

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