Antrag gescheitert

Wahleklat: Mussolini bleibt in Trient Ehrenbürger

Ausland
18.03.2026 14:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der faschistische Diktator Benito Mussolini (1883 bis 1945) bleibt Ehrenbürger der Stadt Trient – dies sorgt für Unverständnis und Diskussionen. 

Trotz einer Initiative zur Aberkennung scheiterte der Antrag im Gemeinderat an der notwendigen Mehrheit. Bei der Abstimmung am Dienstagabend gab 28 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und zehn nicht abgegebene Stimmen. Damit wurde die erforderliche qualifizierte Mehrheit nicht erreicht.

Benito Mussolini (m.) im September 1943 umringt von deutschen Fallschirmspringern
Benito Mussolini (m.) im September 1943 umringt von deutschen Fallschirmspringern(Bild: AP/AP1943 / AP / picturedesk.com)

Franco Ianeselli, Bürgermeister von Trient und Chef der Mitte-Links-Mehrheit, bezeichnete die Nicht-Aberkennung als „eine Schande“ und „eine Beleidigung unserer Geschichte“. Er erinnerte an die Rolle Trients im Widerstand gegen die deutsche Besatzung, die Verbrechen des faschistischen Regimes, darunter rassistische Gesetze, politische Morde und den Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg.

Mitte-links-Mehrheit empört
Die Mitte-links-Mehrheit äußerte „große Bestürzung und tiefe Enttäuschung“ über das Wahlergebnis und betonte die symbolische Bedeutung der Aberkennung zur Definition der Werte der Gemeinschaft. Sie warfen den Verweigerern vor, den Schutz der geheimen Abstimmung missbraucht zu haben, um einer klaren Positionierung zum Faschismus auszuweichen.

Die Debatte über die Ehrenbürgerschaft Mussolinis ist nicht neu. Mehrere Gemeinden in Italien hatten während des faschistischen Regimes Mussolini die Ehrenbürgerschaft verliehen. Viele Städte hatten dies später widerrufen, andere nicht.

Tipp: Mehr Geschichte-Themen finden Sie HIER!

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