Plötzlich eintretende und unwillkürliche, anfallsartige Zuckungen samt Bewusstlosigkeit. Bei Krampfanfällen steht der Schutz des Betroffenen an oberster Stelle. Rotes Kreuz und Samariterbund erklären im neuesten Teil der Serie „Helfen rettet Leben“, wie man als Ersthelfer richtig reagiert.
Es passiert von einer Sekunde auf die andere. Ohne Vorwarnung, auch wenn Betroffene manchmal eine Art Vorahnung (eine Aura) haben. Bei einem Krampfanfall wird der Patient an Armen und Beinen oder auch am ganzen Körper von plötzlich einsetzenden Krämpfen geplagt, die in der Regel wenige Minuten andauern. In seltenen Fällen auch länger. Denn jeder Krampfanfall ist anders.
„Ein Krampfanfall sieht bedrohlich aus und ist für viele beängstigend. Viele wissen nicht, was in diesem Moment zu tun ist und sie sind überfordert“, wissen die Erste-Hilfe-Experten Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund), die für die „Krone“-Leser im neuesten Teil der Serie „Helfen rettet Leben“ wieder die wichtigsten Maßnahmen für Ersthelfer zusammenfassen.
Doch wie läuft ein Krampfanfall ab?
Zuerst wirkt der Betroffene abwesend, wie in einer Art Dämmerzustand. Dann versteifen sich die Muskeln, die Person verliert das Bewusstsein. Wenn es dabei zu einem Sturz kommt, kann dies zu Verletzungen führen. Beim Krampf selbst beginnen die Arme und Beine zu vibrieren, gepaart mit Zuckungen. Viele Betroffene beißen sich dabei auch auf die Zunge. Und es bildet sich Schaum vor dem Mund. Nach wenigen Minuten endet der Anfall von selbst, die Person selbst kann sich danach auch nicht daran erinnern.
„Auch wenn es heftig aussieht, ein Krampfanfall ist in der Regel nicht lebensbedrohlich und hört von selbst wieder auf“, so Radschopf. Ruhig bleiben und darauf achten, dass sich die Person – etwa an Tischkanten, Möbeln oder Sesseln – nicht verletzt, lautet die Devise.
Die Ursachen für einen Krampfanfall sind vielfältig: Sie reichen von einer Epilepsie-Erkrankung (abnorme elektrische Aktivität des Gehirns, sogenannte „Gewitter im Kopf“), Hirnblutung, Blutzuckerentgleisung über Vergiftungen durch Medikamente oder Drogen, Infektionen, Alkoholentzug oder Sauerstoffmangel bis hin zu Fieberkrampf und Eklampsie (schwangerschaftsbedingte Erkrankung). Als typische Auslöser gelten Lärm, Lichtblitze, Schlafmangel und Alkohol.
So handeln Sie als Ersthelfer im Notfall richtig
Während des Krampfanfalles schützen Sie den Betroffenen vor Verletzungen. Entfernen Sie umliegende Gegenstände in der näheren Umgebung. Halten Sie die Person während des Krampfes keinesfalls fest. Wählen Sie den Notruf 144 und bleiben Sie bei der Person, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein Krampfanfall kann auch einem Atem-Kreislaufstillstand vorausgehen – sobald der Anfall vorbei ist, muss daher kontrolliert werden, ob die Person normal atmet. Ist dies nicht der Fall, wird sofort mit der Wiederbelebung begonnen. Atmet die Person normal, bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage und achten Sie darauf, ob die Atmung erhalten bleibt.

„Mit Ruhe und dem richtigen Verhalten kannst du viel helfen. Die Person auf keinen Fall festhalten und ihr auch nichts in den Mund stecken“, erklärten die Experten zusammenfassend. „Wenn der Krampfanfall vorbei ist, die Rettungskräfte verständigen.Wenn du diese Punkte beachtest, kannst du gut Erste Hilfe leisten“, betonen Praska und Radschopf.
Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun“, ergänzt Radschopf.
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