Das Verkehrsnadelöhr durch den Karawankentunnel gehört schon bald der Vergangenheit an. Nach mehr als sieben Jahren Bauzeit konnte die zweite Röhre für den Verkehr freigegeben werden. Jetzt beginnt die Sanierung des alten Tunnels.
Der Karawankentunnel ist das Tor zum Süden und jedes Jahr zur Hauptreisezeit eines der größten Engstellen für zigtausende Urlauber auf dem Weg zu den Adria-Stränden. Kilometerlange Blechkolonnen vor dem Tunnelportal sind an den Urlaubswochenenden ein bekanntes Bild.
Der bestehende Tunnel wurde im Jahr 1991 als Wunsch von Österreich und dem damaligen Jugoslawien „nach einer gemeinsamen Zukunft Europas“ eröffnet. Seither ist der Tunnel eine sichere und deutlich schnellere Alternative zu Wurzen- oder Loiblpass, die vor allem in den Wintermonaten schwer zu bezwingen sind.
Der Ruf nach einem sicheren Vollausbau, also einer zweiten Tunnelröhre, wurde nicht nur seit dem tragischen Unglück im Tauerntunnel 1999 immer lauter. Der Karawankentunnel ist einer der letzten Autobahntunnel, der aktuell noch einspurig mit Gegenverkehr durch eine Röhre geführt wird.
Nach jahrelangen Verhandlungen wurde 2015 mit den Vorarbeiten begonnen – 2018 starteten die Vortriebarbeiten auf Kärntner Seite. Der Baustart in Slowenien verzögerte sich durch einen Einspruch gegen die Vergabe.
„Wichtiger Meilenstein für die Zukunft“
Mittwochmittag konnte die zweite Röhre im Beisein zahlreicher Ehrengäste feierlich für den Verkehr freigegeben werden. Verkehrsminister Peter Hanke bezeichnete den neuen Tunnel als „einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft der Region.“
Der vorgesehene Vollausbau bedeutet ein immenses Plus an mehr Verkehrssicherheit und bringt nicht nur für Kärnten, sondern auch für ganz Österreich einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Chancen und Wachstum.

Peter Hanke
Verkehrsminister
Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Bis der Verkehr aber durch beide Tunnelröhren fließen kann, werden noch einmal drei Jahre vergehen, denn schon Ende März wird mit der Generalsanierung der 35 Jahre alten Bestandsröhre begonnen. „Mit dem Vollausbau enden die Staus, die es auf dieser Strecke immer wieder gegeben hat. Die neue Tunnelröhre, die wir heute freigeben, ist der erste Schritt dafür“, so Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl.
Nach Abschluss der Generalsanierung werden die beiden neuen Tunnel hinsichtlich Sicherheitsausrüstung auf dem technischen Letztstand sein. Bei dem Neubau setzte die Asfinag auf ein sogenanntes Building Information Modeling (BIM) – dadurch ist jederzeit nachvollziehbar, wer Leuchten verbaut hat oder wo Kabel gezogen wurden und wie der Beton beschaffen ist. Das bietet bei künftigen Wartungen oder Sanierungen enorme Vorteile.
Beim Bau wurde neben der größtmöglichen Sicherheit ein weiterer Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit gesetzt. Um die Tunnel nach Möglichkeit mit erneuerbarer Energie zu versorgen, wurde ein Kleinwasserkraftwerk errichtet. Es nutzt die Bergwässer des Tunnels zur Erzeugung von Strom. Die Turbinenleistung beträgt 69 kW.
Noch vor der Fertigstellung des Vollausbaus wird auch die Hauptmautstelle Rosenbach neu errichtet. Die ersten Vorarbeiten dafür haben bereits begonnen. Auf dem Dach der neuen Mautstelle wird eine Photovoltaikanlage errichtet und die Gebäude erhalten eine moderne Luftwärmepumpe.
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