Wegen Mordversuchs muss sich demnächst ein 45-jähriger Steirer in Leoben verantworten: Beim Fortgehen zückte der Messerschleifer aus dem Nichts sein Klappmesser und rammte es seinem Kontrahenten in die Brust. Dessen Herz verfehlte er um Millimeter!
Sehnsüchtig warten gerade zwei kleine Kinder darauf, endlich wieder mit ihrem Papa spielen zu dürfen. Doch dieser herzzerreißende Wunsch bleibt ihnen zumindest noch eine ganze Weile verwehrt. Der 43-jährige Steirer sitzt aktuell in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Leoben und erwartet seinen Prozess wegen versuchten Mordes – und das schon seit 25. Juli des Vorjahres!
Aus dem Nichts Messer gezogen
Aber warum, was war geschehen? An jenem Abend ging der Mann – von Beruf Maschinenbautechniker und Messerschleifer – mit seiner Lebensgefährtin in Kapfenberg aus. Zuvor steckte er aber noch ein Schweizer Taschenmesser und ein Klappmesser in seine Jacke ein. In der Stadt angekommen, trank er einige Bier und etliche weitere alkoholische Getränke. Als seine Freundin nach Hause ging, konsumierte er weiter. Laut Anklage dürfte er zum Zeitpunkt, als die Situation plötzlich aus dem Nichts eskalierte, zwischen 1,7 und 2,6 Promille intus gehabt haben ...
Gegen 2.30 Uhr früh fragte ihn ein Tschetschene, ob er nicht etwas zu rauchen für ihn habe. Wieso auch immer – dazu hat der nun Angeklagte bis jetzt geschwiegen – rastete er plötzlich aus, packte sein Gegenüber am Nacken, zog es zu ihm her und rammte ihm das Klappmesser mit einer Klingenlänge von neun Zentimetern zuerst in die Brust und durchstach ihm dann die linke Oberschenkelbeugeseite. Das Messer verfehlte gerade einmal um drei Millimeter das Herz! Laut Anklage war das Überleben des Opfers reines Glück.
Mein Mandant wollte niemals irgendjemanden ernsthaft verletzen.

Strafverteidiger Manfred Arbacher-Stöger
Bild: Martin A. Jöchl
Gleicht darauf suchte der Steirer das Weite, warf das Schweizer Taschenmesser in eine Blumenkiste, das Klappmesser steckte er wieder in seine Jacke. Ein Zeuge, der alles mit angesehen hatte, alarmierte die Einsatzkräfte. Kurz darauf wurde der damals Tatverdächtige von der Polizei festgenommen, das Messer in der Jackentasche stellten die Beamten sicher. Das Taschenmesser fanden sie in besagtem Blumentopf.
In seiner polizeilichen Einvernahme gab der Angeklagte an, sich an nichts erinnern zu können. Das könnte sich bei der baldigen Hauptverhandlung in Leoben ändern. Denn: „Mein Mandant wollte niemals irgendjemanden ernsthaft verletzen“, kündigt sein Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger eine Begründung an.
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