Drängen die USA?

Syrien soll bei Mission gegen Hisbollah zögern

Außenpolitik
17.03.2026 18:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Regierung soll die syrische dazu ermutigt haben, Truppen in den Osten des Libanons zu entsenden. Es gehe darum, bei der Entwaffnung der Hisbollah-Miliz zu helfen, teilten informierte Kreise mit. Die Regierung in Damaskus soll allerdings zögern. Sie befürchte, in den Krieg im Nahen Osten hineingezogen zu werden und religiöse Spannungen anzuheizen.

Die Hisbollah wird von der iranischen Führung unterstützt und beschießt Israel seit dem 2. März immer wieder, um dem Verbündeten unter die Arme zu greifen. Im Gegenzug hat Israels Militär, wie berichtet, eine neue Offensive gegen die Hisbollah im Libanon gestartet.

Die Idee, dass die syrische Armee helfen soll, war bereits im vergangenen Jahr diskutiert worden. Nun habe es die US-Seite erneut zur Sprache gebracht, berichteten fünf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die heute sunnitisch-islamistisch geführte Regierung in Damaskus prüft zwar eine grenzüberschreitende Operation, bleibt aber zurückhaltend. Man sei sich mit den arabischen Verbündeten einig, dass Syrien lediglich defensive Maßnahmen ergreifen sollte, sagte ein hochrangiger syrischer Beamter. Seit Anfang Februar wurden Raketeneinheiten und Tausende Streitkräfte an die libanesische Grenze verlegt, offiziell als Verteidigungsmaßnahme.

Sharaa: Respektieren Souveränität
Das libanesische Präsidialamt sagte, keine Hinweise auf derartige Gespräche zwischen Washington und Damaskus zu haben. Präsident Joseph Aoun habe mit dem syrischen Staatschef Ahmed al-Sharaa telefoniert, der betont habe, dass Syrien die Souveränität des Libanons respektiere und keine Interventionspläne verfolge.

Die Insiderinnen und Insider führten das auf die Gefahr iranischer Raketenangriffe und möglicher Unruhen unter der schiitischen Minderheit im eigenen Land zurück. Dies könnte die Bemühungen um Stabilität gefährden. Ein syrischer Militärvertreter sagte, es gebe noch keine endgültige Entscheidung. Die Option eines Eingreifens bleibe auf dem Tisch, sollte die Situation zwischen dem Libanon und der Hisbollah eskalieren. Die Nervosität an der Grenze nimmt unterdessen zu: In der vergangenen Woche schlugen nach Angaben der syrischen Armee Artilleriegranaten der Hisbollah in einem Grenzdorf ein.

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