Ein unheimlicher Torfluch, nur Platz vier in der Tabelle, zu viele Gegentreffer und Platzverweise – der FC Red Bull Salzburg steckt in einer ganz schwierigen Phase. Für den Meistertitel braucht es eine Wiederholung des Saisonfinales von 2011/12.
Quo vadis, RB Salzburg? Der Klub, der den österreichischen Fußball eine Dekade lang beherrschte, wirkt wie ein Schatten seiner selbst. Vom Ruhm und Glanz vergangener Tage ist wenig übrig
Die Verunsicherung innerhalb der Mannschaft ist spürbar, die Stimmung im ganzen Verein höchst angespannt. Vier Spiele ohne Torerfolg – das gab es zuvor in 20 Jahren unter dem Einfluss von Red Bull noch nie! Die Bullen, die den mit Abstand teuersten Kader der Bundesliga unterhalten, rangieren nur noch auf Tabellenplatz vier. Und ausgerechnet jetzt wartet auswärts Meister Sturm Graz. Bei einer Niederlage dürfte der Meisterteller ein Wunschtraum bleiben – dann droht der sportliche Albtraum einer dritten titellosen Saison en suite.
Nicht nur vorne hakt es!
„Dass wir in einer schwierigen Phase stecken, ist nicht wegzuleugnen. Wir müssen uns die Dinge jetzt brutal erarbeiten“, hatte Cheftrainer Daniel Beichler nach dem 0:1 zu Hause gegen Rapid erklärt. „Es ist eine gemeinsame schwere Zeit, die wir grad über die letzten vier Spiele haben. Da muss man Zusammenhalt zeigen. Wir, aber auch auf der Tribüne“, übte sich Linksverteidiger Frans Krätzig in Durchhalteparolen.
Seit Wochen wird darüber gesprochen, dass die Mannschaft ihre Chancen nicht nutzt. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Denn nicht nur vorne funktioniert wenig, auch hinten ist Salzburg viel zu schwach. 27 Gegentreffer – so viele hat man zu diesem Zeitpunkt der Saison zuletzt vor elf Jahren kassiert! Der Zuschauerschnitt ist so niedrig wie vor acht Jahren, wenn man die Corona-Spielzeit ausklammert.
Leistungsträger nur mehr Reservisten
Und auch mit der Disziplin scheinen es die Spieler nicht allzu genau zu nehmen. Fünf Platzverweise kassierten die Bullen in dieser Saison bereits. Man muss auf die Saison 2016/17 zurückblicken, um eine zu finden, in der es – nach 36 Spieltagen, wohlgemerkt – mehr waren (sechs). Vermeintliche Leistungsträger bekleiden nur mehr eine Nebenrolle oder sind – wie Maurits Kjaergaard – gar nur noch Tribünenhocker.
Ein gutes Omen?
Bezeichnend ist die Punkteausbeute aus 23 Partien. Nimmt man die Dreipunkteregel als Grundlage, hält Salzburg bei mickrigen 37 Zählern. Nur ein einziges Mal, in der Saison 2011/12, war das Konto mit 35 Punkten noch weniger gefüllt. Ein gutes Omen? Seinerzeit starteten die Bullen im Saisonfinale eine Serie und verloren nach dem 23. Spieltag kein einziges Spiel mehr. Können Beichlers Mannen dieses Kunststück wiederholen, ist der Meisterteller noch drin.
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