Leichte Einbußen

Internorm fordert von Politik mehr Stabilität

Oberösterreich
17.03.2026 13:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Mit 407 Millionen Euro Umsatz hat der Fenster-Marktführer einen leichten Rückgang zum Vorjahr verbucht, der Auftragseingang schrumpfte minimal. Scharfe Kritik an der Politik übt Miteigentümer Christian Klinger – insbesondere die „willkürliche“ Förderpolitik und fehlende Stabilität seien konjunkturhemmend.

Der oberösterreichische Fenster- und Türenhersteller Internorm hat 2025 einen Umsatz von 407 Mio. Euro erzielt. Das ist gegenüber 2024 ein Rückgang von 5,5 Prozent. Beim Auftragseingang gab es in Minus von 2,3 Prozent. Zudem sank die Exportquote auf 58 Prozent, wie Johann Brandstetter, Geschäftsführer Internorm International, bei einem Pressegespräch am Dienstag mitteilte. Miteigentümer Christian Klinger richtete indes einen Appell der Kontinuität an die Politik.

Neubau eingebrochen
Im DACH-Raum ist laut Brandstetter der Markt im Bereich Neubau in den vergangenen drei Jahren rapide nach unten gegangen. Der Bereich Sanierung verzeichnete hingegen eine Stagnation. Von 2022 bis 2025 sind die Fenstermärkte in Österreich und Deutschland um 18 Prozent geschrumpft, in der Schweiz um 5 Prozent. „In unseren Eingangsauftragszahlen spiegelt sich das wider“, so Brandstetter. Das bedeute in diesen drei Märkten insgesamt einen Verlust von 18 auf 15 Millionen Fenstereinheiten.

Rückgang in Österreich und Italien
2025 verzeichnete Internorm in Österreich einen mengenmäßigen Rückgang von 3,3 Prozent. In Italien ging die Entwicklung sogar um 15,4 Prozent zurück, was Brandstetter auf die reduzierte Sanierungsförderung zurückführte. Deutschland, die Schweiz und Frankreich verzeichneten ein leichtes Wachstum. Brandstetter zeigte sich mit dem Export „durchaus zufrieden“. Miteigentümer Klinger sah eine prinzipielle Entwicklung, „wie wir uns das gedacht haben“, aber: „Was uns in die Suppe gespuckt hat, das war Österreich“. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich 2025 um 66 auf 1.942 Vollzeitäquivalente in den drei österreichischen Standorten – die großteils auf Pensionierungen und natürliche Abgänge entfallen seien.

Für den Neubau in Österreich wird 2026 ein Wachstum von 5,5 Prozent prognostiziert. Demgegenüber stehe ein stagnierender Sanierungsmarkt, der erst ab 2027 wieder wachsen soll. „Wir sehen erste Anzeichen dafür, dass sich die Baukonjunktur langsam verbessert. Die deutlich reduzierte Ausgangssituation kann dadurch jedoch noch nicht kompensiert werden“, so Brandstetter.

21 Mio. Euro Investitionen geplant
Seit 2021 seien im Schnitt jedes Jahr knapp über 20 Mio. Euro in die Standorte investiert worden, so Brandstetter weiter. Für 2026 seien Investitionen von 21 Mio. Euro eingeplant. Dabei gehe es um Erweiterung und Ersatzinvestitionen – alte gegen neue Linien. „Wir halten auch am Standort Österreich fest“, so der Geschäftsführer Internorm International. Der Türenhersteller Topic wurde stärker bei Internorm integriert. Es gebe ein gemeinsames Auftreten am Markt.

Kritik an Unsicherheit
Miteigentümer Klinger beklagte, dass ihnen von der Politik bei den Förderungen „aktuell größere Stämme zwischen die Beine geworfen“ werden. Das führe zu Unsicherheit bei den Kunden, bei den Mitarbeitern und am Markt. Eine Sanierungsförderung rechne sich volkswirtschaftlich, so der Internorm-Miteigentümer. Für jeden Euro, den der Staat in die Förderung investiert, fließen rund zwei Euro an Steuern und Sozialabgaben zurück. Er verwies dabei auf eine Studie des Ökonomen Friedrich Schneider aus dem Jahr 2025.

„Erst Insulation, dann Heizung“
Klinger wies zudem erneut darauf hin, dass es sinnvoller wäre, zuerst eine thermische Sanierung durchzuführen und dann einen Heizungstausch. „Weil in Summe man wesentlich günstiger fährt.“ Zudem könne sich dann Österreich einen Teil der Strafzahlungen wegen der Nichteinhaltung der Klimaziele 2030 ersparen. Er erwarte nun von der Politik, für eine „gewisse Kontinuität“ bei der Förderung zu sorgen. Es wäre „sehr gut“ die Jahre 2027 bis 2030 „so durchzuziehen, wie angekündigt“.

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