Razzia und Evakuierung

Waffen und NS-Material: Rätsel um die Hintergründe

Steiermark
15.03.2026 20:05

Aufregung am Wochenende in Graz und Langenwang: Ein 31-Jähriger ließ sich, wie berichtet, mit dem Taxi zu einem Grazer Krankenhaus chauffieren, wo ihm beim Aussteigen eine Faustfeuerwaffe entglitt. In seinem Wohnort im Mürztal ist der Mann ein unbeschriebenes Blatt.

Den ganzen Samstag über hielt der Obersteirer die Polizei in Atem. In den Morgenstunden fiel ihm beim Aussteigen auf dem Areal des LKH Graz II, Standort Süd, die Waffe aus der Hand. Der Taxilenker schlug Alarm, Polizisten der Inspektion Kärntner Straße konnten den 31-Jährigen wenig später festnehmen und die Faustfeuerwaffe sicherstellen.

Nachbarn durften stundenlang nicht in ihre Wohnungen
Schauplatzwechsel ins Mürztal: In der Badgasse in Langenwang ist der 31-Jährige bei seiner Großmutter wohnhaft. Gegen 13 Uhr wurde die Nachbarschaft abgeriegelt, Anrainer wurden evakuiert. Der Verdacht: Der Mann könnte explosive Stoffe in der Wohnung gelagert haben. Spürhunde, Sprengstoffexperten und der Entschärfungsdienst wurden angefordert.

Zitat Icon

Von unseren 4000 Einwohnern kenne ich wahrscheinlich 3900. Der junge Mann zählt nicht dazu.

Rudolf Hofbauer, Bürgermeister von Langenwang (ÖVP)

Zunächst war sogar von einem Bombenfund die Rede, sagt Bürgermeister Rudolf Hofbauer. Gefunden wurden tatsächlich „bedenkliche Flüssigkeiten und Substanzen“, wie es von der Polizei heißt. Der 31-Jährige habe mit dem Drogenmilieu zu tun gehabt, erzählt man sich in der Nachbarschaft. Neben NS-Literatur wurde in der Wohnung auch eine Langwaffe entdeckt. Erst gegen 18 Uhr durften die Bewohner zurück in ihre Häuser.

Phantom von nebenan
Über die Hintergründe rätselt man seither in der Marktgemeinde. Der Mann sei „komplett unauffällig“ gewesen, sagt Vizebürgermeisterin Gabriele Schmid, die in derselben Gasse wohnt. In der Nachbarschaft war man „schon erstaunt, was da passiert und wer da nebenan eigentlich wohnt“. Hofbauer, seit 15 Jahren Bürgermeister, unterstreicht: „Von unseren 4000 Einwohnern kenne ich wahrscheinlich 3900. Der junge Mann zählt nicht dazu.“

Die Auswertung der in der Wohnung sichergestellten Datenträger sowie eine genauere Analyse des gefundenen NS-Materials und der Waffen läuft. Die Ermittler erhoffen sich davon sowie von der noch ausständigen offiziellen Einvernahme des Mannes Aufschlüsse über Hintergründe und Motive. Zur Stunde ist etwa noch völlig unklar, weshalb der 31-Jährige mit Schusswaffe in die Klinik unterwegs war.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt