Nimmt kein Ende

Wieder Inderinnen nach Vergewaltigungen erhängt

Ausland
12.06.2014 11:33
In Indien sind erneut zwei Frauen nach Vergewaltigungen erhängt aufgefunden worden. Die Zahl der ermordeten Vergewaltigungsopfer im Bundesstaat Uttar Pradesh ist damit innerhalb weniger Wochen auf fünf gestiegen. Dort wirft zudem eine Frau vier Polizisten eine Gruppenvergewaltigung vor, die sich am Montag auf einer Polizeiwache ereignet haben soll.

Die Gewalt gegen Frauen in Indien reißt nicht ab. Besonders Uttar Pradesh ist in die Schlagzeilen geraten, nachdem dort Ende Mai zwei 14 und 16 Jahre alte Cousinen nach einer Vergewaltigung erhängt worden waren. Nur wenige Tage später wurde eine 22-Jährige vergewaltigt und ermordet.

45-Jährige und 16-Jährige sind neueste Opfer
Nun sind zwei weitere Fälle bekannt geworden: Am Mittwoch wurde eine 45-Jährige, die zu einer niedrigen Kaste gehört haben soll, in der Gegend Ranipur in Uttar Pradesh an einem Baum erhängt gefunden. Ihrem Mann zufolge soll sie zuvor das Opfer einer Gruppenvergewaltigung der eigenen Familie gewesen sein, er hat Anzeige gegen seinen Bruder, seine Cousins, einen weiteren Verwandten und einen Nachbarn eingebracht.

Am Donnerstag schließlich wurde ein 16-jähriges Mädchen außerhalb eines Dorfes im Bezirk Moradabad in Uttar Pradesh erhängt entdeckt. Sie wurde seit Mittwochnacht zu Hause vermisst. Die Familie soll daraufhin versucht haben, Anzeige zu erstatten - die Polizei habe sie aber weggeschickt und erklärt, die Angehörigen sollten Donnerstagfrüh wiederkommen.

Gruppenvergewaltigung durch Polizisten
Ebenfalls am Donnerstag wurde bekannt, dass eine Inderin aus Uttar Pradesh vier Polizisten eine Gruppenvergewaltigung vorwirft. Nach Aussagen der Frau ereignete sich der Vorfall am Montag auf einer Polizeiwache im Bezirk Hamirpur. Sie sei vergewaltigt worden, nachdem sie sich geweigert habe, für die Freilassung ihres inhaftierten Mannes Schmiergeld zu zahlen. Polizeisprecher Virendra Kumar Shekhar erklärte, die üblichen Prozeduren würden eingehalten, "die Schuldigen werden bestraft".

In ganz Indien steht Gewalt gegen Frauen auf der Tagesordnung. Offizieller Zählung nach wird alle 22 Minuten eine indische Frau vergewaltigt - die Dunkelziffer dürfte aber weit höher sein. Angesichts der Weltanschauung vieler prominenter Männer des Landes erstaunt das leider kaum. So erklärte vor Kurzem der Innenminister des Bundesstaates  Chhattisgarh, Ramsevak Paikra, Vergewaltigungen würden "versehentlich" geschehen. Kurz zuvor hatte der Innenminister von Madhya Pradesh, Babulal Gaur, gesagt, Vergewaltigungen seien "manchmal richtig, manchmal falsch".

Besonders viele Fälle in Uttar Pradesh
Dass sich die Fälle ermordeter Vergewaltigungsopfer in Uttar Pradesh derart häufen, sorgt dennoch auch in Indien für Empörung. Der 200 Millionen Einwohner zählende Bundesstaat stehe am Rande des Kollapses von Recht und Ordnung, heißt es in vielen Medien. Angesichts der nationalen wie internationalen Proteste will sich nun offenbar auch die Regierung verstärkt des Problems annehmen.

So sagte Premierminister Narendra Modi - bisher auffallend still zum Thema - am Mittwoch, Politiker müssten zusammenarbeiten, um Frauen zu schützen. Man dürfe Vergewaltigung nicht politisieren, sonst spiele man mit der "Würde der Frauen". Dafür dürfte aber mehr nötig sein als warme Worte. Schließlich wurden die Gesetze nach der brutalen Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer Studentin in Neu Delhi im Dezember 2012 verschärft, die Gewalt gegen Frauen ist dadurch aber nicht eingedämmt worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
12.06.2014 11:33
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung