Nach der Kritik spricht die Anstaltsleiterin der Justizanstalt Schwarzau in Niederösterreich erstmals in der „Krone“ über das umstrittene „Käfig-Konstrukt“, das wie ein Spiel-Funcourt gebaut werden sollte und von ihr abgelehnt worden sei. Und sie erzählt von einer möglichen Intrige.
Wir kennen Funcourts aus Großstädten, Käfige, in denen herumgetollt und Fußball gespielt wird. Nach diesem Konzept sollten Insassen in der Schlosserei der JA Schwarzau ein ähnliches Bauwerk zusammenschweißen. Nicht zum Spielen, sondern quasi zum „Luftschnappen“. Die Wogen gingen hoch, als Medien jetzt – in der heißen Phase des Bewerbungsverfahrens um die Leitung der Justizanstalt – ein Bild vom Sommer 2025 zugespielt wurde.
Persönlich begutachtet und „negativ“ bewertet
Von einem Justiz-Skandal war schnell die Rede und davon, dass die interimistische Chefin (auch sie hat sich um den Job beworben) eine „Insassin in den Käfig sperren wollte“. Diese spricht jetzt in der „Krone“ Klartext: „Zu keinem Zeitpunkt wurde eine Insassin in dieser Konstruktion untergebracht. Sie wurde von mir persönlich begutachtet und als definitiv nicht geeignet bewertet.“
Hier werden Ministerium, Kommando und Beamte in Misskredit gebracht.

Manfred Arbacher-Stöger, Anwalt der Anstaltsleiterin
Bild: Eva Manhart
Das Vorhaben selbst, sprich einen luftigen Funcourt zu bauen, hingegen stellt sie nicht in Abrede. Und zwar für eine „psychisch schwerst auffällige Person“, sagt die Häfen-Leiterin, „die wiederholt extrem selbstgefährdendes sowie fremdgefährdendes Verhalten“ an den Tag gelegt haben soll. „Die Frau brachte die gesamte Organisation an ihre Grenzen.“ Sie soll ihre Zelle geflutet, sie angezündet haben – jeden Spiegel, jedes Glas soll zerstört haben, um sich die Pulsadern aufschlitzen zu können.
Trotzdem hat die Inhaftierte das Recht (vorgeschrieben) auf „frische Luft“ im Freien – und zwar täglich eine Stunde. Ohne jemanden zu gefährden, ein Ding der Unmöglichkeit in der JA Schwarzau, heißt es. Der Rest der „Käfig“-Geschichte ist bekannt.
Anwalt spricht von einer Intrige
„Hier werden Ministerium, Kommando und Beamte in Misskredit gebracht“, sagt Anwalt Manfred Arbacher-Stöger. Er spricht von einem Politikum“ und „persönlichen Befindlichkeiten“ rund um die Häfen-Leitung. „Ich, eine Frau ohne Parteibuch, soll verhindert werden“, sagt die interimistische Leiterin.
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