Ein 50-jähriger Tiroler erhob in einem von ChatGPT-generierten Beschwerdebrief schwere Vorwürfe gegen drei Polizisten. Nun landete der Mann wegen Verleumdung vor Gericht und schrammte nur knapp an einer unbedingten Haftstrafe vorbei.
Ein kurioser Fall rund um Künstliche Intelligenz beschäftigte nun in Innsbruck das Gericht: Getrieben vom Gefühl, von drei Polizisten ungerecht behandelt worden zu sein, bemühte ein Tiroler (50) ChatGPT und ließ sich einen Beschwerdebrief formulieren.
Anschuldigungen erwiesen sich als falsch
Der Text enthielt massive Anschuldigungen: Die Gesetzeshüter hätten ihn drei Stunden lang ohne Essen und Trinken auf der Polizeiinspektion festgehalten, schikaniert und sogar Beweise konstruiert, um ihn „maximal zu belasten“. Diese Vorwürfe stellten sich aber alle als haltlos heraus.
Panik vor dem Gefängnis
Der Hintergrund des Falls liegt mehr als zwei Jahre zurück: Damals war der Tiroler in stark beeinträchtigtem Zustand in seinem Auto entdeckt worden. Die Konsequenzen waren eine Anzeige sowie eine Geldstrafe von rund 2000 Euro. Da der arbeitslose Mann die Summe nicht bezahlen konnte, wurde schließlich eine Ersatzfreiheitsstrafe verhängt. In seiner Verzweiflung suchte er offenbar Rat bei der KI.
Im Prozess zeigte sich der Angeklagte reumütig. Per Handschlag entschuldigte sich der 50-Jährige bei einem der Polizisten. Am Ende wurden über ihn fünf Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe von 720 Euro verhängt.
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