Auf einer Grünfläche am Rande von Hallein in Salzburg sollen 60 neue Sozialwohnungen entstehen. Das passt längst nicht jedermann – mehrere Anrainer wettern lautstark gegen das Projekt. Sie sprechen von einem „Monsterbau auf Kosten der Bevölkerung“ ...
„Wir sind absolut nicht gegen sozialen Wohnbau, aber das ist einfach ein viel zu großes Projekt.“ Hildegard Simetzberger spricht aus, was sich viele Bewohner der Halleiner Björnstadstraße denken. Auf einer Grünfläche unweit der Bahngleise sollen mehrere dreistöckige Wohnhäuser entstehen – eine Tiefgarage mit 95 Stellplätzen inklusive. „Dabei ist das die letzte Wiese in der Umgebung“, klagt die 79-Jährige.
Die Häuser sollen knapp zwölf Meter hoch werden. „Bei Anbau- und Erweiterungswünschen galten da für Häuslbauer viel strengere Vorschriften“, ist sie erzürnt. Was die Anrainer besonders sauer macht? „Das Verkehrskonzept, das uns vorgelegt wurde, ist auf keinen Fall für so viele Wohneinheiten durchdacht.“
Zusätzliches Verkehrsaufkommen „nicht zumutbar“
Die Björnstadstraße sei einspurig, zusätzlich ein ausgewiesener Radweg und obendrein eine umgewidmete Fahrverbot-Straße mit Ausnahmen für die Anrainer. „Ein zusätzliches Verkehrsaufkommen durch die vielen Wohnungen ist einfach nicht mehr zumutbar“, betont Simetzberger.
Wir haben 350 Halleiner, die eine Wohnung suchen. Wir können also nicht nur Einfamilienhäuser bauen, es wird auch geförderten Wohnbau benötigen.
Alexander Stangassinger, Bürgermeister
Fehlende Wasserleitungen bremsen Bauvorhaben
Das Bauvorhaben war dieser Tage Thema im Bauausschuss der Stadt Hallein. Dort hat man das Areal einstimmig als Entwicklungsfläche für sozialen Wohnbau definiert. „Aber bis zum Bau ist es noch ein langer Weg, sicher nicht vor 2029“, sagt Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ). Denn: „Es gibt dort noch keine Wasserleitungen. Bevor die nicht verlegt sind, wird nichts passieren.“ Zudem hält Stangassinger fest: „Wir haben 350 Halleiner, die eine Wohnung suchen. Wir können also nicht nur Einfamilienhäuser bauen, es wird auch geförderten Wohnbau benötigen.“
Hildegard Simetzberger überzeugen diese Worte absolut nicht: „Es ist schon möglich, dass die Stadt dringend Sozialwohnungen braucht – aber bitte nicht auf Kosten der Bevölkerung, die schon jahrelang in der Björnstadstraße wohnt.“
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