Fast exakt drei Jahre nach dem letzten Album „Cracker Island“ ist die von Damon Albarn (Blur) und Jamie Hewlett angeführte Comic-Band Gorillaz wieder zurück. „The Mountain“ lotet dabei zumeist die dunkleren Seiten aus, die beide im realen Leben durchmachen mussten.
Ob das manische Lachen in „Feel Good Inc.“ oder die vier trockenen Hi-Hat-Schläge zu Beginn von „Clint Eastwood“ – die Gorillaz haben Popmomente geschaffen, die sofort erkannt werden. Seit mehr als 25 Jahren verbindet das virtuelle Projekt von Blur-Frontmann Damon Albarn und Zeichner Jamie Hewlett Musik, Storytelling, Animation und globale Kollaborationen zu einem eigenen Kosmos. Unlängst erschien das neunte Studioalbum „The Mountain“.
Die entscheidenden Fragen
Die 15 neuen Songs der Comic-Band um die fiktiven Charaktere 2D, Murdoc Niccals, Noodle und Russel Hobbs führen musikalisch einmal um die Welt und kreisen zugleich um ein zentrales Thema: Leben, Verlust und die Frage, was bleibt. Zu den musikalischen Gästen zählen unter anderem Gitarrenlegende Johnny Marr, Sitar-Spielerin Anoushka Shankar, das US-Duo Sparks sowie die Rapper Yasiin Bey, früher bekannt als Mos Def, oder Black Thought von der legendären Hip-Hop-Band The Roots.
Genregrenzen waren für Gorillaz noch nie entscheidend. Auch „The Mountain“ mischt Pop, Hip-Hop, Elektronik, Rock und Weltmusik. Musikalisch ist das Album ein dichtes, vielschichtiges Geflecht aus internationalen Einflüssen. Indische Sitar-Klänge treffen auf Funk-Grooves, arabische Gesänge auf Hip-Hop-Beats, elektronische Flächen auf klassische Instrumente. Aufgenommen wurde an verschiedenen Orten rund um den Globus – von London über Indien bis nach New York.
Vielzahl an Gästen
Trotz der Vielzahl an Gästen wirkt das Album aus einem Guss. Das liegt auch daran, dass sich bestimmte Klangfarben – etwa die Sitar von Anoushka Shankar oder die Gitarren von Johnny Marr – wie ein roter Faden durch viele Songs ziehen.
Thematisch gehört „The Mountain“ zu den persönlichsten Gorillaz-Alben. Albarn und Hewlett verloren beide kurz vor den Aufnahmen ihre Väter. Viele Songs beschäftigen sich mit Abschied, Erinnerung und Vergänglichkeit – unterstützt durch posthume Beiträge von Weggefährten wie Soullegende Bobby Womack, Afrobeat-Pionier Tony Allen oder Mark E. Smith von The Fall. Doch das Album bleibt nicht im Privaten stehen: Politische Spannungen, autoritäre Systeme, Desinformation und religiöse Heilsversprechen tauchen immer wieder auf.
Visualisierung des Konzepts
Passend zum multimedialen Ansatz erscheint parallel zum Album ein animierter Kurzfilm mit dem Titel „The Mountain, The Moon Cave And The Sad God“. Darin kämpfen sich die Cartoon-Figuren der Band durch eine düstere Dschungellandschaft auf dem Weg zum titelgebenden Berg - eine Reise, die vom Traum zum Albtraum wird. Der Film feierte am 27. Februar Premiere. Laut Albarn wurden für die Produktion des Streifens Techniken verwendet, die für Animationsfilme in den 60er-Jahren benutzt wurden.
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