Die Österreicher greifen immer seltener zum Bier, der Absatz ging um satte sechs Prozent zurück, mit Exporten beträgt das Minus sogar sieben Prozent. Das Einwegpfand ließ zudem den Dosenabsatz einbrechen, um 23 Prozent weniger wurde verkauft. Einen Boom verzeichnen die Brauer nur bei Alkoholfreiem.
„Der Zenit ist überschritten“, sagt der Obmann des Brauereienverbands und Zwettler-Chef Karl Schwarz. Die anhaltende Konsumschwäche hatte den Umsatz bei allen Getränken einbrechen lassen, „ob Wein, Limonaden, Mineralwasser oder Bier“. Beim Bier ging die gesamte Menge um 7,1 Prozent auf über 9,2 Millionen Hektoliter zurück, ohne Exporte betrug das Minus 6,1 Prozent auf 8,4 Millionen Hektoliter.
Pfand ließ Dosenumsatz einbrechen
„Auch das Pfand hat deutliche Auswirkungen“, sagt Schwarz. Um 100 Millionen Dosen weniger füllten die Hersteller ab, ein Rückgang um fast ein Viertel.
Pro-Kopf-Konsum sinkt auf Tief
Der Einbruch spiegelt sich auch im Pro-Kopf-Konsum wider, der auf einem Tief ist. „Nur“ noch 185-190 Krügerl, etwa 94 Liter dürften es 2025 gewesen sein, zum Vergleich: Vor der Pandemie 2019 waren es noch rund 10 Liter mehr, 1990 schenkten sich die Österreicher 120 Liter im Schnitt pro Jahr ein.
Das Absatzminus ist auch mit weniger Ausgehabenden zu erklären. Zwei Drittel sagen laut einer Umfrage des Brauereiverbands, dass sie einen freien Abend am liebsten zu Hause verbringen. 55 Prozent geben an, weniger häufig als früher in Lokale zu gehen. Auch wenn der Konsum im Gasthaus weniger einbrach, als im Einzelhandel. In den Supermärkten belastet die Hersteller vor allem der extrem hohe Aktionsanteil. „Wir können die gestiegenen Kosten bisher nicht weitergeben“, so der Branchenvertreter.
Jüngere trinken weniger
Zudem trinkt die jüngere Bevölkerung immer weniger Alkohol, achtet mehr auf die Gesundheit. Zuwanderer aus muslimischen Ländern meiden Alkohol zumeist komplett.
Wermutstropfen für die Brauer sind der Boom bei Alkoholfreiem. „Der Anteil steigt kontinuierlich. Jedes 25. Bier in Österreich ist ein Alkoholfreies.“ Ganz wird das den Rückgang aber nicht ausgleichen. Zweiter Lichtblick ist aber die sehr gute Ernte bei Hopfen und Gerste.
Der Anteil heimischer Rohstoffe in den Bierfässern geht daher ebenfalls nach oben. Dieses Jahr hofft Schwarz auf die Fußball-WM, auch wenn wegen der Zeitverschiebung die Vorzeichen für ausgiebigen Bierkonsum besser sein könnten.
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