Stiglechner-Pleite

Gläubiger wollen 136 Mio. Euro von Tankstellen

Oberösterreich
24.02.2026 13:30

Es war die größte im Vorjahr eröffnete Insolvenz in Oberösterreich – und nun gibt es etwas mehr Klarheit zu den genauen Schulden: Die Gläubiger fordern vom Linzer Tankstellenbetreiber Stiglechner insgesamt 136 Millionen Euro. Die Summe könnte noch weiter steigen.

Die Linzer Unternehmensgruppe Stiglechner betreibt bundesweit rund 70 Tankstellen. Im Dezember rutschten zunächst zwei Firmen der Gruppe, wie berichtet, in die Insolvenz: Die Julius Stiglechner GmbH sowie die Stiglechner Tankstellen GmbH. Erstere Firma fungiert als Obergesellschaft des Verbundes, zweitere tritt offiziell als Betreiberin der Tankstellen auf.

Am Dienstag fanden die Prüfungstagsatzungen zu beiden Unternehmen statt. Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870 und AKV Europa fordern die Gläubiger in Summe 136 Millionen Euro.

Schulden könnten noch steigen
Bei der Julius Stiglechner GmbH haben 168 Gläubiger Insolvenzforderungen in Höhe von 128,5 Millionen Euro angemeldet. 65 Prozent davon entfallen auf Finanzgläubiger, 23 Prozent auf Lieferanten, knapp sieben Prozent auf die öffentliche Hand – und der Rest auf Dienstnehmer, Dienstleister und Vermieter. Rund 122,5 Millionen Euro davon wurden anerkannt, der Rest wird vom Insolvenzverwalter vorerst bestritten. Allerdings ist noch mit nachträglichen Anmeldungen von weiteren fast 16 Millionen Euro zu rechnen.

Bei der Stiglechner Tankstellen GmbH ist die Anzahl der Gläubiger mit rund 650 größer, die angemeldeten Forderungen mit etwa 7,5 Millionen Euro jedoch bedeutend geringer. Rund 500 Gläubigerforderungen betreffen Dienstnehmer – hier dürfte es also um ausstehende Löhne und Gehälter gehen. 3,2 Millionen Euro dieser Forderungen wurden anerkannt.

Es gab schon Kündigungen
Die Pleite des Tankstellenbetreibers hat auch bereits zu Jobverlusten geführt: Bei der Julius Stiglechner GmbH sind noch 43 von ursprünglich 66 Mitarbeitern beschäftigt. Die Stiglechner Tankstellen GmbH hat aktuell 476 Beschäftigte, vor der Pleite waren es mehr als 500 – allerdings ist die Personalfluktuation hier nach wie vor sehr hoch.

Die Stiglechner-Gruppe ist neben dem Betrieb von Tankstellen auch im Handel von Treibstoffen, Schmierstoffen sowie Heizöl tätig und vertreibt mit der IQ-Karte auch eine eigene Tankkarte. Jedoch musste die Vertriebsfirma der Tankkarte am Dienstag ebenfalls Insolvenz anmelden.

Die Vertriebsfirma der IQ-Tankkarte ist nun ebenfalls insolvent.
Die Vertriebsfirma der IQ-Tankkarte ist nun ebenfalls insolvent.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

Unternehmen werden fortgeführt
Die Wurzeln der Unternehmensgruppe reichen bis ins Jahr 1923 zurück, Gründer war der heute noch namensgebende Julius Stiglechner. Ab 1927 wurden die ersten Tankstellen errichtet, 1996 die Eigenmarke IQ etabliert. Heute befinden sich laut KSV1870 rund 60 Prozent der Tankstellen im Eigentum der Gruppe, der Rest wird von selbstständigen Partnerbetrieben geführt.

Beide Firmen werden unter Aufsicht der Insolvenzverwalter während des Verfahrens weitergeführt. „Es wurde beschlossen, dass das Unternehmen fortgeführt wird. Die Tankstellen werden weiter betrieben, die Finanzierung ist vorerst gesichert“, berichtet Petra Wögerbauer, Chefin des KSV1870 in Linz, von den Tagsatzungen am Dienstag.

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