Herbert Grönemeyer sorgte am Donnerstagabend in der Wiener Stadthalle für Stimmung; aber nicht bei allen für eine gute. Sein Rundumschlag gegen „die Rechten“, die er in „ihre Löcher verschwinden“ sehen will, hat bei vielen Fans große Wut ausgelöst.
Einer der Konzertbesucher war der FPÖ-nahe Politikberater Stefan Petzner, der sich während des Konzerts gleich mehrmals provoziert fühlte. Einmal, als Grönemeyer das zweisprachige deutsch-türkische Lied „Doppelherz“ „allen Migranten“ widmete und es als „widerlich“ bezeichnete, Flüchtlingen das Leben hier zu verbieten.
„Zum Zahlen sind wir gut genug“
„Für das Zahlen der teuren Tickets sind wir gut genug, aber gesungen wird für Migranten und Flüchtlinge – nicht mit mir“, so Petzner.
„Furchtbares Geschwafel“
„Ich werde bald 70 und hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal für die Demokratie eintreten muss“, so Grönemeyer in seiner Wutrede. „Wir sind politisch demokratisch und bleiben politisch demokratisch.“ Er werde „so lange durchhalten, bis diese ganze Hetze und die Menschen mit ihrem furchtbaren rechten Geschwafel wieder in ihren Löchern verschwinden und uns endlich in Ruhe lassen“.
Grönemeyer sagte auch, Menschen mit Migrationshintergrund hätten dieses Land mitaufgebaut. Petzner dazu: „Ich weiß nicht, welches Land er da meinte, Österreich sicher nicht.“ Als der Sager mit den Rechten, die in ihre Löcher zurückkriechen sollten, fiel, hatte er genug.
Am meisten entsetzte den kolportierten Kickl-Vertrauten, dass Grönemeyer immer ganz allgemein von „den Rechten“ sprach. „Jeder Bürger dieses Landes, der sich als politisch rechts der Mitte einstuft, soll laut Grönemeyer also ,verschwinden‘. Es wäre interessant, von ihm zu erfahren, welche Art von ,Löchern‘ er genau meint, in die sie alle verschwinden sollen“, so Petzner.
„Politische Hassrede“
Ein Blick in die sozialen Netzwerke gibt Petzner recht. Viele Konzertbesucher fühlen sich gefrotzelt. So meint etwa ein User: „Eigentlich furchtbar, wenn man noch Eintritt bezahlt und dann eine linke politische Hassrede zu hören bekommt.“ Petzner ergänzt: „Wenn Herr Grönemeyer Politik machen will, dann soll er die Konzertbühne in eine Wahlkampfbühne umtaufen und Reden auf Dorfplätzen halten.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.