Die Entscheidung ist gefallen: Cosmó vertritt Österreich im Mai beim 70. Eurovision Song Contest in Wien! Er war mit 19 Jahren der jüngste Kandidat und ging mit seinem Song „Tanzschein“ mit der letzten Startnummer ins Rennen! „Ich habe den Song eigentlich für meine Mama geschrieben. Ich möchte für die Mama antreten“, erklärte er nach seinem Sieg.
Vorjahressieger JJ überreichte ihm anschließend ein goldenes Papierschiffchen, das symbolische Ticket Richtung ESC‑Bühne, und legte noch einen motivierenden Satz drauf: „Komm, hol noch einmal für Österreich den Sieg. Let’s do it.“
Kombinierte Publikums- und Jurystimmen
Der Wiener hatte sich am Freitagabend in der ORF-Show „Vienna Calling“ gegen elf Konkurrenten durchgesetzt. Nach drei Stunden stand fest, dass Cosmó die Mehrheit aus der Kombination der Stimmen von Publikum und einer Expertenjury auf sich vereinen konnte. Die Jury hatte den Sänger noch mit 10 Punkten auf Platz 2 gesetzt, das Publikum sah den künftigen ESC-Vertreter aber auf Platz 1, was am Ende für den Gesamtsieg reichte.
Je 50 Prozent des Endergebnisses setzte sich aus dem Votum der Fachleute und der Fernsehzuschauer zusammen.
Auf Platz 2 war am Ende die 22-jährige Tirolerin Lena Schaur als Siegerin der Jurywertung gekommen, nachdem das Publikum ihr Platz 3 zugesprochen hatte. Bamlak Werner aus Kärnten, die von der Jury nur 4 Punkte erhalten hatte, stieg beim Publikum hingegen mit einem 2. Platz aus und kam in der Endwertung somit aufs Stockerl.
Cosmó fix im Finale
Mit „Tanzschein“, thematisch angesiedelt zwischen Rian und Bilderbuch, setzte sich somit eine von sechs deutschsprachigen Nummern im Turnier durch. Damit wird Cosmó nun im Finale am 16. Mai in der Wiener Stadthalle auflaufen – hat Österreich doch nach dem Sieg von JJ in Basel 2025 mit „Wasted Love“ als Gastgeberland einen Fixplatz und muss mit 24 weiteren Nationen um den Titel kämpfen.
„Ich habe den Song für meine Mama geschrieben“, verriet Cosmó nach der Verkündung des Ergebnisses, mit dem wohl auch ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz zufrieden sein kann. „Ich will, dass Österreich hinter dieser Auswahl steht“, begründete sie die Entscheidung, nach vielen Jahren den Österreich-Act wieder in einem Casting zu ermitteln.
Zahnlose Show mit packendem Finale
Ob das Format künftig als Vorlage für Song-Contest-Ausscheidungen dienen wird, bleibt fraglich. Optisch überzeugte die Show zwar, inhaltlich blieb sie jedoch erstaunlich kraftlos. Erst beim Voting entfaltete sich echte Spannung!
Alice Tumler führte im blauen Glitzer‑Minidress durch den Abend, charmant wie gewohnt. An ihrer Seite: Cesar Sampson, der routiniert in die Kameras lächelte und freundlich mit den Kandidatinnen und Kandidaten plauderte, aber nicht wirklich als Moderator überzeugen konnte.
Die Sendung wirkte wie ein Mix aus „Song Contest“, „Starmania“ und „Dancing Stars“, doch am Ende blieb vor allem eines hängen: Ehrliches Feedbak war offenbar nicht vorgesehen. Dem Publikum wurde damit kaum Orientierung geboten – ein Wettbewerb ohne echte Bewertung.
Nach jedem Auftritt folgte ein Lobgesang, als wären die Feedbackgeber ein professioneller Streichelzoo. ESC‑Gewinner JJ, Ex‑Teilnehmer Eric Papilaya und Caroline Athanasiadis überboten sich in Nettigkeiten – völlig unabhängig davon, ob eine Performance souverän oder wackelig war. Viel Glitzer, viel Goodwill – aber kein einziger scharfer Satz.
„Toller Start“
Die Steirerin Anna-Sophie stürmte mit Startnummer 01 die Bühne, vor einer roten Flimmerwand, im gerafften Kleidchen und mit E-Gitarre bewaffnet. Mit ihrem Power-Track „Superwoman“ setzte sie gleich ein Ausrufezeichen. Das Experten-Panel zeigte sich begeistert: Athanasiadis jubelte: „Ein unfassbar toller Start. Du bist eine Superwoman!“
Dann wurde es gefühlvoll! Sidrit Vokshi trat mit „Wenn Ich Rauche“ ins Scheinwerferlicht – und lieferte eine Performance voller Emotion. Danach strahlte er: Er fühle sich „sehr glücklich“. JJ war hin und weg: „Ich liebe es. Ich habe die Emotion so krass gespürt.“ Selbst als Nichtraucher könne er sich genau vorstellen, wie es ist, draußen zu stehen und zu rauchen.
Startnummer 03 brachte Power aus Tirol: Kayla Krystin fegte mit „I Brenn“ über die Bühne – und überragte Moderatorin Tumler gefühlt um einen halben Meter! Optisch ein Statement, stimmlich allerdings nicht ganz auf den Punkt. Doch das Experten-Panel zeigte Herz: Eric Papilaya schwärmte trotz kleiner Wackler: „Bei deinem Song ist mir wurscht, was du singst. Der emotionalisiert mich so. Du bist eine Mischung aus Helene Fischer und der neuen Sängerin von Linkin Park.“
Weiter ging’s mit ehrlichem Sound statt Glitzer-Glamour oder Song-Contest-Kompatibilität: Reverend Stomp legten mit „Mescalero Ranger“ los – rau, dreckig, handgemacht! Keine Show-Effekte, keine Spielereien, sondern pure Spielfreude auf der Bühne. Caroline Athanasiadis war begeistert: „Das ist echte Musik. Eine Wohltat, euch musizieren zu sehen.“
Der erste echte Gefühls-Moment!
Startnummer 05 wurde zum ersten großen Gefühls-Moment des Abends! Bamlak Werner berührte mit „We Are Not Just One Thing“ – und nach dem letzten Ton kullerten bei ihr selbst die Tränen. Auch im Studio war plötzlich Gänsehaut statt Glamour angesagt. JJ zeigte sich tief bewegt: „Bei deinem Jodeln sind mir die Tränen rausgekommen. Das war so schön! Sie hat eine krasse Stimme. Du bist wirklich toll.“ Der erste echte Rühr-Moment – und ein Auftritt, der mitten ins Herz traf!
Dann wurde es schräg, bunt und absolut unübersehbar: Philip Piller brachte mit „Das Leben Ist Kunst“ die Bühne zum Leuchten – ein Auftritt wie ein Gesamtkunstwerk. Zwischen Attitüde, Augenzwinkern und klarer Botschaft ließ er keinen kalt. Eric Papilaya war begeistert: „Alles an dir ist unique. Es war großartig – und ich glaube, die internationale Presse hat eine Riesengaude mit dir.“
Startnummer 07 setzte auf 80er-Vibes und große Attitüde: NIKOTIN rockte mit „Unsterblich“ – und klang dabei mit Absicht verdächtig nach Falco. Nostalgie-Alarm! Doch ob er damit wirklich die Fans von damals zurückholt? Fraglich. An Bühnenpräsenz mangelte es jedenfalls nicht. Aus dem Kommentatoren-Panel kam Applaus: „Du bist ein geiler Typ auf der Bühne. Eine Type, die man nicht vergisst.“ Und JJ legte noch einen drauf: „Der Song wird auf jeden Fall unsterblich sein.“ Große Worte!
Startnummer 08 brachte leise Töne – aber mit Wirkung: David Kurt stand mit „Pockets Full Of Snow“ auf der Bühne und setzte ganz auf Gefühl. Seine markante Stimme zog sofort in den Bann. JJ schwärmte: „Du hast eine sehr einzigartige Stimme. So schön, wie dein Instrumental deine Stimme begleitet hat.“ Doch erstmals kam auch vorsichtige Kritik auf: Eric Papilaya meinte, die Performance sei „noch nicht so unique wie deine Stimme ist“ – da müsse er noch mehr in die Tiefe gehen.
Startnummer 09 ließ die Halle beben: Julia Steen setzte mit „Julia“ ein echtes Ausrufezeichen! Power, Gefühl, Persönlichkeit – hier stimmte das Gesamtpaket. Eric Papilaya war voll des Lobes: „Du bist eine der Gewaltstimmen dieses Abends.“ Ihr Song habe internationale Qualität – und weil sie sich so extrem persönlich zeige, zähle sie für ihn ganz klar zu den Favoritinnen. Ansage!
Startnummer 10 sorgte erneut für Begeisterungsstürme: FREVD brachte mit „Riddle“ die Bühne zum Beben! Caroline Athanasiadis staunte: „Ganz ehrlich, wer jetzt nicht sieht, was da in Österreich abgeht ...“ Die Inszenierung? Absoluter Wahnsinn! JJ war genauso begeistert: „Ich bin genauso geflasht! Die Anfangspose war schon geil.“
Startnummer 11 verzauberte das Publikum: Lena Schaur präsentierte „Painted Reality“ – und ließ alle staunen. JJ war hin und weg: „Deine Stimme ist ein Traum. Wir saßen die ganze Zeit mit offenem Mund da.“ Papilaya beschied ihre eine lange Karriere.
Als letzter Act legte der spätere Sieger Cosmó mit „Tanzschein“ los – und brachte die Bühne zum Beben! JJ schwärmte: „Ich sehe schon die Stadthalle mittanzen.“ Song, Inszenierung, Ausstrahlung – alles stimmte. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom 19-jährigen Sänger selbst: „Mit 19 war ich nicht ansatzweise so selbstbewusst wie du.“
Hier das Siegerlied vom Cosmó zum Reinhören:
Die Konkurrenz in diesem Jahr?
Nun, Großbritannien schickt einen YouTuber namens Look Mum no Computer.
Laut BBC sei er „Erfinder einzigartiger Musikmaschinen und selbst ernannter Eurovision-Fan“, der Autos von 1929 restauriert und Instrumentaltitel für ausrangierte Synthesizer komponiert. Er passt perfekt ins aktuelle Eurovision-Biotop. Griechenland setzt auf 8-Bit-Techno mit orangen Elmo-Fellstiefeln.
Dänemark parkt einen Goth im Aquarium, Moldau ruft gleich prophylaktisch „Viva, Moldova!“ – man weiß ja nie. Vergessen wir also Abba, Glitzer und kalkulierte Pop-Perfektion.
Der Song Contest ist längst zur Spielwiese für alles geworden, was zwischen Genie und gepflegtem Fiebertraum liegt. Und ehrlich gesagt: Genau deshalb schalten wir doch ein.
Wien beim 70. Jubiläum ESC-Metropole
Der Eurovision Song Contest 2026 steigt zum 70. Jubiläum in Wien – genauer gesagt in der Wiener Stadthalle. Die österreichische Hauptstadt wird damit erneut zur ESC-Metropole Europas.
Das große Finale geht am Samstag, 16. Mai 2026, über die Bühne, die beiden Halbfinale finden am Dienstag, 12. Mai, und Donnerstag, 14. Mai, statt. Drei Shows, Millionen Fans – und Wien im Mittelpunkt der Musikwelt.
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