Das Logistikunternehmen Schachinger errichtet am Areal seiner Zentrale in Hörsching (OÖ) gemeinsam mit dem Projektpartner Powerlink H2 den nach Firmenangaben größten Batteriespeicher Österreichs. Mit einer Kapazität von 60 Megawattstunden soll er künftig die Elektro-Lkws des Logistikers laden.
Die Bauarbeiten für den Batteriespeicher starten im Frühling, im Herbst ist der Betriebsstart geplant. 250 bis 300 Lkw werden pro Tag am Firmengelände in Hörsching abgefertigt, hinzu kommen rund 300 Transporter für die Paketzustellung und 300 bis 400 Pkw, die tagtäglich das Areal frequentieren. Insgesamt verbrauchen diese Fahrzeuge rund 10 Millionen Liter Diesel pro Jahr, was rund 30.000 Tonnen CO2 bedeutet und sich mit Kosten von 13 Millionen Euro zu Buche schlägt, rechnete Projektleiter Johannes Wöckinger vor. Hier will sich die Firma Schachinger Logistik autarker aufstellen, unabhängiger vom Dieselpreis und von Lieferanten außerhalb Europas.
Speicher sollen Laden in der Nacht ermöglichen
Die Pkw-Flotte wird bereits seit etwa fünf Jahren auf Elektro umgestellt. Seit heuer schafft Schachinger auch keine Verbrenner-Lkw mehr an. Zwar gehören nur rund 20 Prozent der Lastwagen am Firmengelände Schachinger selbst und der Rest Subunternehmern, man hofft aber, auch diese zur Umstellung motivieren zu können. Bis 2030 sollen rund 100 Lkw und 200 Transporter elektrisch fahren.
Schachinger verfügt über eine PV-Anlage (8 Megawatt). Das Problem: Die Lkw müssen großteils in der Nacht geladen werden, wenn kein Sonnenstrom anfällt. Daher wurde die Powerlink H2 GmbH als Partner mit an Bord geholt. Gemeinsam will man einen Speicher mit einer Kapazität von 60 Megawattstunden und einer Anschlussleistung von 30 Megawatt errichten.
Projekt soll sich in weniger als zehn Jahren amortisieren
Der Speicher sei in seiner Kapazität „vergleichbar mit einem Traunkraftwerk“, sagt Werner Steinecker, früherer Energie-AG-Chef und jetzt bei Powerlink H2. Er nennt im „Krone“-Gespräch einen weiteren Vorteil des Projekts: „Ein Batteriespeicher bietet ein hohes Maß an Ausfallssicherheit, was gerade hier bei Kühlketten wichtig ist.“
Das Unternehmen Powerlink H2, an dem mehrere Firmen beteiligt sind, hat sich auf Speicherlösungen spezialisiert. Der Speicher im Schachinger-Logistikpark kostet rund 20 Millionen Euro – 15 Millionen davon übernimmt Powerlink H2 für den Speicher selbst, 5 Millionen Schachinger für die Ladeinfrastruktur. Mit dem, was (noch) nicht zum Laden verwendet wird, biete man Netzdienstleistungen an – das soll die Investition auch für Powerlink H2 zum Geschäftsmodell machen.
Maximilian Schachinger, Eigentümer des Logistikunternehmens, rechnet damit, dass sich die Projektkosten für seinen Betrieb „in weit unter zehn Jahren“ amortisieren. „Das Projekt gehört zu den wirtschaftlichsten, die ein Logistikunternehmen tätigen kann“, sagt Schachinger.
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