Drei Wochen ohne Handy steigern das Wohlbefinden von Schülern deutlich und reduzieren depressive Symptome. Auch der Schlaf verbessert sich. Welche langfristigen Effekte der digitale Konsum auf Kinder hat und wie sinnvoll Handy-Fasten ist, zeigen aktuelle Ergebnisse.
Seit der Präsentation des ersten Smartphones im Jahr 2007 ist die Zahl der Smartphones immens gewachsen. Während es im Jahr 2022 etwa 5,3 Milliarden Geräte gab, sind es inzwischen schätzungsweise sieben Milliarden, erklärt Roland Mader, ärztlicher Direktor des Anton Proksch Instituts in Wien. Im Rahmen eines Symposiums zum Thema „Handy-Sucht“ klärten Expertinnen und Experten am Samstag auf, wie die „24-Stunden-Begleiter“ auf Kinder und Jugendliche Einfluss nehmen.
20 Prozent weniger Einschlafprobleme
Der klinische Psychologe Oliver Scheibenbogen, ebenfalls vom Anton Proksch Institut, verwies auf eine Umfrage unter Schülern in der Steiermark: Wer in der Schulwoche vor dem Schlafengehen keine digitalen Geräte nutzte, hatte zu knapp 20 Prozent Einschlafprobleme. Wurde das Handy an fünf Abenden benutzt, stieg der Anteil auf 41 Prozent.
Auch Mobbing durch Social Media könne Kinder und Jugendliche stark belasten, weil die dort gezeigten „Idealbilder“ ihr Selbstbild negativ beeinflussen würden. Und der Wunsch nach Anerkennung und Zuneigung könne besonders gefährdete junge Menschen zusätzlich in Krisen führen.
Konsumverzicht bringt schnell positive Effekte
Scheibenbogen erklärte auch, dass zwei Wochen Verzicht auf Social Media die Zufriedenheit von Jugendlichen mit ihrem Körper deutlich steigert – der Effekt hielt auch noch zwei weitere Wochen danach an. In Gänserndorf führten Lehrer und er einen dreiwöchigen Versuch mit Handy-Fasten durch, der nun auf Österreich und andere Länder ausgeweitet werden soll.
Die Ergebnisse: „Wir haben festgestellt, dass sich das psychische Wohlbefinden um 30 Prozent gesteigert hat. Es kam zu einer 30-prozentigen Reduktion depressiver Symptome. Drei Wochen Handy-Verzicht brachten mehr als zwei Wochen Ferien. Durch den Verzicht hat sich die Bildschirmzeit bei 25 Prozent der Teilnehmer nachhaltig reduziert.“ Selbst in einer Kontrollgruppe ohne Handy-Fasten sei das Projekt „ansteckend“ gewesen, erklärte der klinische Psychologe.
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