Ein Oberst und ein Chefinspektor der Wiener Polizei sehen sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Wurden sie bestochen oder nicht? Erste Details zu den suspendierten Top-Beamten lesen sich wie ein guter Krimi-Plot.
Die Lebensbeichte des schillernden „Mini-Benkos“ Lukas Neugebauer rückt zwei Spitzenbeamte der Exekutive ins Zwielicht. Der Immo-Pleitier belastet die beiden vorläufig dienstfrei gestellten Top-Beamten – ein Offizier sowie ein Chefinspektor – mit Bestechungsvorwürfen schwer, die „Krone“ berichtete.
In Einvernahmen spricht der 33-jährige gescheiterte Jungunternehmer und Ex-Millionär von Zahlungen für Informationen und illegalen Datenabfragen via Polizeicomputer.
Suspendierter Beamter ermittelte gegen Zeugen
Freilich wird auch gegen den Kronzeugen der Justiz weiterhin wegen des Verdachts zahlreicher Betrugs- und Kridahandlungen bei Bauprojekten intensiv ermittelt. Brisantes Detail: Eine vom Oberst geführte Vertrauensperson (diese erhalten auch nach strengen Regeln Geld für Hinweise) soll den Korruptionsjägern Details zum „Mini-Benko“ geliefert haben. Und der zweite beschuldigte Wirtschaftsexperte und Kriminalist hat auch gegen Neugebauer ermittelt.
Polizei-Insider tuscheln jetzt über eine mögliche Racheaktion des gestürzten Immobilien-Jongleurs gegen unliebsame Top-Beamte. Für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) war die Suppe aber für gerichtlich angeordnete Zwangsmaßnahmen nicht zu dünn.
Razzien durchgeführt
Deshalb wurden an den beiden Polizeidienstellen der suspendierten Führungskräfte und an deren Privatadressen Razzien durchgeführt. Was auch nicht unbedingt die teils ohnehin angespannte Stimmung zwischen Exekutive und Justiz verbessert.
Die Auswertung beschlagnahmter Datenträger und sonstiger Aufzeichnungen soll jetzt Licht ins Dunkel der Polizei-Affäre bringen.
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