Schreckliches Unglück in Tirol: Am Stubaier Gletscher wurden am Sonntag zwei Snowboarder von einer Lawine verschüttet. Nach ihnen wurde gesucht, nachdem sie nicht mehr nach Hause zurückgekehrt und als vermisst gemeldet worden waren. Am späten Abend wurden schließlich die Leichen der beiden Einheimischen entdeckt.
Kurz vor 18 Uhr waren die beiden 37-jährigen Einheimischen bei der Polizei als abgängig gemeldet worden, weil sie nicht wie vereinbart von einem Snowboardausflug am Stubaier Gletscher zurückgekehrt waren. Im Zuge der ersten Erhebungen konnte schließlich um 18.55 Uhr das Auto eines der beiden Männer am Parkplatz des Skigebietes entdeckt werden.
Große Suchaktion am Abend gestartet
Da die beiden Männer weder bei der Talstation noch bei umliegenden Lokalen bzw. Einkehrmöglichkeiten gefunden werden konnten, wurde gegen 19.30 Uhr eine großangelegte Suchaktion in die Wege geleitet, an der sich die Bergrettung Neustift, Hundeführer der Bergrettung Tirol, die Freiwillige Feuerwehr Neustift, der Polizeihubschrauber und die Alpinpolizei beteiligten. Auch Drohnen kamen zum Einsatz.
Im Bereich des Lawinenanrisses konnten zwei Einfahrtsspuren festgestellt werden.
Die Alpinpolizei
Lawine mittels Drohne entdeckt
„Eine parallel dazu durchgeführte Handypeilung ergab einen Suchbereich zwischen der Dresdner Hütte und der Talstation Gamsgarten. Mithilfe von Drohnenbildern konnte im Zuge der Suchaktion festgestellt werden, dass es im freien Skiraum im Bereich Mutterbergl auf einer Seehöhe von 2115 Metern zu einem Lawinenabgang gekommen war“, heißt es vonseiten der Polizei. Im Bereich des Lawinenanrisses hätten außerdem zwei Einfahrtspuren festgestellt werden können.
LVS-Signale am Lawinenkegel empfangen
Die Lawine war in etwa 300 Meter lang. Kurz vor 22 Uhr wurden dann die schlimmsten Befürchtungen wahr. Die Einsatzkräfte stellten am Lawinenkegel zwei LVS-Signale fest. Unmittelbar danach konnten die beiden verschütteten Snowboarder von der Bergrettung geborgen werden. Die Notärztin konnte jedoch nur noch den Tod der beiden Männer feststellen.
Lage am Berg bleibt extrem gefährlich
Die Schneefälle vom Wochenende und in der Nacht auf Montag führen in Westösterreich – insbesondere in Tirol und Vorarlberg – zu einer Verschärfung der Lawinensituation. Ab Montag gilt in Teilen Tirols und Vorarlbergs oberhalb der Waldgrenze Lawinenwarnstufe vier auf der fünfteiligen Skala. Betroffen sind unter anderem Allgäuer und Lechtaler Alpen, Verwallgruppe und Silvretta, so der Lawinenwarndienst.
Wie das Land Tirol am Montagfrüh mitteilt, steigt aufgrund des anhaltend intensiven Niederschlages die Lawinengefahr im Laufe des Tages auch in den Regionen Lechtaler Alpen Ost, Mieminger Gebirge und Karwendel West auf die Lawinengefahrenstufe 4. Man appelliert erneut zu „größtmöglicher Zurückhaltung, sorgfältiger Tourenplanung und dem Aufenthalt auf gesicherten Pisten“.
Es wird vor Wintersport abseits der gesicherten Pisten gewarnt. Die Situation dürfte sich auch in den kommenden Tagen nicht wirklich beruhigen. Bis Dienstag soll es gebietsweise zu weiteren, teils ergiebigen Schneefällen kommen. Daher sei auch weiterhin von großer Lawinengefahr auszugehen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.