Was die Ex-Eiskunstläuferin Trixi Schuba 1972 erreichte, hat lange vor und nach ihr niemand geschafft: Sie gewann Olympia-Gold. Mit der „Krone“ blickt sie zurück.
Während Österreichs Athleten in Italien um die Olympiamediallen kämpfen, lehnt sich Beatrix alias „Trixi“ Schuba, zurück. Die Olympiasiegerin von 1972 im Eiskunstlauf blickt auf eine spannende Karriere zurück. Und hat ein paar Tipps, wie unseren Athleten der ganz große Sieg gelingt.
„Krone“: Sie sind seit 54 Jahren die letzte Olympiasiegerin im Eiskunstlauf in Österreich. Wie war das damals?
Trixi Schuba: Österreich hatte noch keine Goldmedaille bei den Spielen im japanischen Sapporo als ich antrat. Ich war Favoritin und ein Teil der österreichischen Mannschaft war an dem Tag in der Eishalle. Sie hatten ein Transparent mit der Aufschrift: „Trixi, hol du uns das Gold“ mit. Als ich dann das Eis betreten habe, habe ich versucht, eine gute Kür zu laufen. Als es dann hieß, ich habe gewonnen, habe ich das gar nicht realisiert. Das hat Jahre gedauert. Wenn ich die Siegerehrung sehe, bekomme ich heute noch feuchte Augen. Mir wurde dann in Linz bei der Ankunft auch so ein schöner Empfang bereitet.
Sie waren also schon in der Favoritenrolle. Waren Sie da nicht nervös?
Ich war und bin als Pflichtkönigin (die Pflicht war ein ehemaliger Bestandteil im Eiskunstlauf, Anm.) bekannt. Das hat mir die Selbstsicherheit gegeben. Ich wollte immer genauer und präziser werden. Und das hat mir die Sicherheit gegeben. Ich konnte immer schon Ruhe bewahren. Bei der Europameisterschaft ist einmal ein Wissenschaftler zu mir hergekommen und wollte meinen Puls messen. Ich hatte kurz vor dem Wettkampf einen Puls von 60. Ich war so fokussiert. Meine Mama hat auch immer gesagt, iss ein Rippchen Schokolade. Das habe ich gemacht.
Ist das ein Geheimtrick, den Sie an die heutigen Athleten weitergeben können?Ja, Schokolade beruhigt immerhin die Nerven. Aber die Olympischen Spiele sind natürlich speziell. Da kann immer etwas schiefgehen. Das Eis ist rutschig, du weißt nie, was passiert. Es muss alles zusammenpassen. Ich wünsche aber allen, die für Österreich antreten, dass sie ihre gesteckten Ziele erreichen.
Hat die Medaille bei Ihnen zu Hause einen besonderen Platz?
Sie ist in einem Safe. Aber ich habe ein Duplikat machen lassen, das ich mir in einem Bilderrahmen aufgehängt habe. Ein Juwelier fertigte mir auch eine Miniatur meiner Goldmedaille an. Diese trage ich heute als Anhänger auf meiner Kette bei offiziellen Anlässen.
Gehen Sie noch Eislaufen?
Ich bin vor fünf Jahren bei einem Spaziergang im Wald gestolpert und habe mir den Oberarm gebrochen. Vor zwei Jahren bin ich ausgerutscht und habe mir die Elle gebrochen. Das waren meine einzigen beiden Brüche, die ich je hatte. Und dann habe ich gesagt: Nein, danke. Ich besitze nicht einmal mehr Schlittschuhe.
Vermissen Sie es nicht?
Gar nicht. Ich habe damals, als ich aufgehört habe, einmal Olympia-Gold gewonnen und wurde zweimal Welt- und zweimal Europameisterin. Das ist eine schöne Leistung, und ich war damit zufrieden.
Werden Sie die Spiele heuer verfolgen?
Ja, aber zu Hause vor dem Fernseher. Ich finde es nur traurig, dass die Kommerzialisierung bei den Olympischen Spielen schon so weit fortgeschritten ist. Wir sind damals noch gemeinsam nach Sapporo geflogen und waren eine richtige Familie. Das fehlt mir heutzutage.
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