In Österreich kommt es momentan zu Engpässen beim Medikamente-Nachschub. Lieferschwierigkeiten gibt es zum Beispiel bei Präparaten gegen Diabetes, antibiotische Augentropfen oder einem Gürtelrose-Impfstoff. Insgesamt sind laut Arzneimittel-Großhändler Phago 1300 Medikamenten betroffen.
Die Lage bei Psychopharmaka bleibe „unter Beobachtung“, teilte Phago mit. Dagegen seien erfreulicherweise beim Wirkstoff Bupropion, der zur Behandlung von Depressionen und zur Raucherentwöhnung verschrieben wird, aktuell alle Stärken beim Vollgroßhandel auf Lager. „Die Arzneimittelversorgung wird maßgeblich auf Vollgroßhandelsebene sichtbar. Unsere Aufgabe ist es, Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und faktenbasiert zu handeln“, erläuterte Phago-Vorstand Bernd Grabner.
Gürtelrose-Impfstoff kostenlos, aber nicht verfügbar
Seit 1. November 2025 ist die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) für Personen ab 60 Jahren und weitere Risikogruppen kostenlos. Doch der Impfstoff „ist erneut nicht verfügbar“, betonte die Wiener Ärztekammer.
Die kostenlose Impfung gegen Herpes Zoster klingt schön und ist sinnvoll, aber in der Praxis hält das Versprechen nicht.
Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer
Aus dem Gesundheitsministerium heiße es dazu lediglich, dass „im Laufe des ersten Halbjahres 2026 eine große Menge“ wieder verfügbar sein soll.
Viele Patienten warten auf zweite Teilimpfung
Besonders problematisch sei, dass die Impfung gegen Herpes Zoster zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten erfordert. „Viele Patientinnen und Patienten haben bisher nur die erste Teilimpfung erhalten. Ob die zweite Dosis rechtzeitig verfügbar sein wird, ist ungewiss“, erläuterte Kamaleyan-Schmied.
Jedes Jahr Zehntausende Fälle von Gürtelrose
In Österreich treten jährlich rund 30.000 bis 40.000 Fälle von Gürtelrose auf, informierte die Ärztekammer. Etwa jede dritte Person erkrankt im Lauf ihres Lebens daran. Die Erkrankung äußert sich durch einen einseitigen, schmerzhaften Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen und kann in schweren Fällen Augen, Ohren oder Gesicht betreffen – mit möglichen Folgen wie Seh- oder Hörstörungen sowie Gesichtslähmungen.
Deshalb sei es so wichtig, Personen ab 60 und Risikopatientinnen und -patienten zu impfen.
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